gulli: Freiheitsredner: Ein Jahr Aufklärung über den Wert der Privatsphäre
07. Mai 2008

Freiheitsredner Ein Jahr Aufklärung über den Wert der Privatsphäre

Heute seit genau einem Jahr können Schulen, Universitäten und Vereine ein Netzwerk Freiwilliger in Anspruch nehmen, die ehrenamtlich Vorträge über den Wert der Privatsphäre anbieten. Die "Freiheitsredner" wollen vermitteln, welche Bedeutung überwachungsfreie Räume für uns und unsere Gesellschaft haben. Sie klären auf, wie groß die "Bedrohung" durch Kriminalität wirklich ist und wie wenig effektiv Sicherheit durch Überwachung erlangt werden kann.

Im ersten Jahr ihres Bestehens sind die Freiheitsredner über 70mal zu Veranstaltungen und Vorträgen eingeladen worden.

Ein Feedback, dass auch die Organisatoren überrascht hat. Christoph Brüning: "(...) der Bedarf ist offensichtlich da. Für uns auf jeden Fall ein großer Ansporn, weiterzumachen." Freiheitsredner haben zu aktuellen Themen wie der Vorratsdatenspeicherung oder zu Überwachung allgemein gesprochen, das Datenschutzbewusstsein von Schülerinnen und Schülern gestärkt, Ansprachen auf Demonstrationen gehalten und Ortsvereine zu eigenen Aktionen motiviert.

81 ehrenamtliche Rednerinnen und Redner aus ganz Deutschland gehören dem Netzwerk derzeit an. Es handelt sich hauptsächlich um engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine bessere Balance zwischen Privatsphäre und Selbstbestimmung einerseits und den Kontrollrechten der staatlichen Sicherheitsbehörden andererseits einsetzen. Die Vorträge sollen zu einer informierten Auseinandersetzung mit dem Thema Privatsphäre anregen und können prinzipiell kostenfrei gebucht werden. Aktivist Benjamin Erhart freut sich zusehends über das Jubiläum: "Die Freiheitsredner setzen ein positives Zeichen für Bürgerrechte; dabei mitzuhelfen macht mich sehr stolz!" Vielleicht könnte ein solcher Vortrag an Schulen dazu beitragen, die Zuhörer zum Nachdenken anzuregen.

Datenschutz macht nicht erst mit Erlangen des achtzehnten Geburtstags Sinn. Schon alleine die zahlreichen Sozialen Netzwerke, die viele Schüler und Studenten nutzen und denen sie zahllose Daten anvertrauen, bergen für die Nutzer viele Gefahren. Brauchen wir Geheimnisse und Privatsphäre oder haben wir "nichts zu verbergen"? Kann uns der Staat vor Freiheitsredner, Datenspeicherung, Online-DurchsuchungKriminalität schützen und können wir ihm blind vertrauen? Müssen wir uns überwachen lassen, um in Sicherheit leben zu können, oder können wir Freiheit und Sicherheit gleichzeitig haben? Das sind allesamt Fragen, für dessen Beantwortung im Unterricht ausreichend Zeit und Raum vorhanden sein sollte. Interessierte Lehrer könnten sich hier tatkräftige Unterstützung holen.

Wer sich zunächst informieren mag: Eine Broschüre über die Freiheitsredner kann auf der Homepage betrachtet und bestellt werden.

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