Freiheit statt Angst voller Erfolg: 15.000 demonstrierten gegen Überwachungsstaat

gullinews am Montag, 24.09.2007 10:27 Uhr

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Die "größte Demonstration für Bürgerrechte und Datenschutz seit der Volkszählung 1987" fand am Samstag in Berlin statt. 15.000 Demonstranten gingen für mehr Datenschutz und gegen den staatlichen Kontroll- und Überwachungswahn auf die Straße.

Zu der Demonstration hatten insgesamt 55 Organisationen aufgerufen, u.a. die Jungen Liberalen, Bündnis 90/Die Grünen, ver.di, Journalistenverbände, Attac, die evangelische Telefonseelsorge, Ärzteverbände und der Chaos Computer Club. Die Polizei zählte anfangs 8.000 Demonstranten, korrigierte diese Zahl aber später laut heise nach oben. Seit 20 Jahren demonstrierten nicht mehr so viele Bürger für mehr Datenschutz, so der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert.

Mit Datenkraken, gläsernem Patienten und einer großen Zahl von "Selber Terror!" - Schäublemasken zog die Demonstration durch Berlin, vor Ort konnten RFID-Chips zerstört werden und selbst eine Gegendemonstration hatte der AK Vorrat organisiert: unter dem Motto "Angst statt Freiheit" hinterfragten einige Teilnehmer die Pseudoargumente, mit denen der immer stärker um sich greifende Überwachungswahn legitimiert werden sollen.

. Auch Rena Tangens vom FoeBuD e.V. war begeistert vom Erfolg der Demunstration:

"Der überwältigende Erfolg dieser Demo zeigt, dass inzwischen weite Teile der Bevölkerung in Sorge um unseren Rechtsstaat sind. Die Bürger wollen nicht, dass unsere Demokratie in einem Überwachungsstaat umgebaut wird. Der Bundestags muss das geplante Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ablehnen."

(Bild: Die Polizei deeskaliert vorbildlichst)

Deutlich kritisieren die Veranstalter die Vorgehensweise der Polizei und von Teilen der Demo-Teilnehmer:

"Ein Block einiger linksradikaler Demonstranten hat sich nicht an die Auflagen der Polizei gehalten. Die Polizei hat ihrerseits unverhältnismäßig auf Verstöße wie z.B. Vermummung und zu große Transparente reagiert, und wirkte nicht in allen Situationen deeskalierend. Auch der massive Einsatz von Videokameras war gerade bei dieser Demonstration eine Provokation durch die Polizei. Insgesamt waren dies jedoch Vorfälle am Rande, die den Verlauf der Demonstration nicht beeinträchtigt haben."

(Beobachten der Beobachter auf der "Freiheit statt Angst"-Demonstration)

Patrick Breyer, vom AK Vorratsdatenspeicherung kündigt weitere Aktionen an: "Wir wehren uns gegen die Vorratsdatenspeicherung mit allen legalen Mitteln." Nach Angaben des AK bereits haben rund 20.000 Bürgerinnen und Bürger erklärt, die vorbereitete Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung zu unterstützen.

(Mit Dank an Steffen für die Bereitstellung der Fotos!)

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53 Reaktionen aus dem gulli:Board

OihOihOih am 02.10.2007 15:22:15:
In der Telepolis gibts ein zusammen fassendes Interview mit PB (Patrick Breyer) über die Demo. Und zwar hier Jetzt wo das alles ne Weile her ist muss ich sagen, dass ich total enttäuscht bin. Das Medienecho war gleich 0 - das einzi...

Tobias Claren am 20.10.2007 00:12:05:
Hallo. Was ist das denn für ein schwachsinniger Vergleich? Was hat denn bitteschön der Straftatbestand "Volksverhetzung" mit dem Eintreten für die Bürgerrechte oder mit Meinungsfreiheit zu tun? Meinungsfreiheit hört ja wohl da auf, wo Volksverhetzung anfängt, und das ist ja ...

007klaus am 25.10.2007 15:47:17:
demos finde ich gut würde auch selbst hingehen wenn nicht so weit wech wäre aber sie bringen in diesem land nicht besonders viel. grunsätzlich scheissen die politiker auf deine meineung und auf das was dass volk will. ich meine warum sollten die auch irgend was tun oder ändern wollen zu unseren ...

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