gulli: Freiheit statt Angst: Internationale Proteste gegen Überwachung

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11. Oktober 2008

Freiheit statt Angst Internationale Proteste gegen Überwachung

Während in Berlin nach Angaben des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung mehr als 100.000 Menschen gegen Überwachung auf die Straße gingen, fanden gleichzeitig weltweit weitere Aktionen im Rahmen von "Freiheit statt Angst" statt. Mehrere tausend Menschen engagierten sich insbesondere in den europäischen Hauptstädten gegen Überwachung.

Die Aktivisten bedienten sich dabei einer breiten Auswahl von Aktionsformen. In verschiedenen Städten fanden traditionelle Demonstrationen statt, unter anderem in den Prag, wo sich gut 1000 Menschen an einem Zug durch die Innenstadt beteiligten. In Paris fanden sich etwa 600 Teilnehmer zu einem Protestzug zusammen, in den Hauptstädten Schwedens und Bulgariens waren es jeweils mehr als 200.

Häufig wurden auch künstlerische und kulturelle Veranstaltungen genutzt, um gegen Überwachung mobil zu machen. So kamen bei dem größten "Freiheit statt Angst"-Event außerhalb Deutschlands mehr als 3000 Besucher zu einem Festival mit Kunst und Musik in Den Haag zusammen. In Wien zeigten Demonstranten mehrere Straßentheater-Vorführungen, um auf die Vorratsdatenspeicherung aufmerksam zu machen.

Aktionisten in England entrollten ein Bild des Premierministers Gordon Brown vor dem Parlament. Die Collage besteht aus Bildern von Überwachungsmaßnahmen, die zuvor von Bürgern eingesendet wurden, und zeigt Brown vor dem Hintergrund von "Stacheldraht, Handschellen und Doppelhelixen: Ein Bild der totalen Überwachungsgesellschaft, die Großbritannien immer schneller wird", wie es die Seite der "Open Rights Group" beschreibt.

In weiteren Städten, unter anderem Rom, Guatemala und Skopje, fanden Diskussionsveranstaltungen statt, die sich verschiedenen Überwachungsthemen widmeten. In Kopenhagen, Odense und Arhus wurden zudem Infostände veranstaltet, an denen Anti-Tracking-CDs verteilt wurden. Aktivisten in den spanischen Städten Barcelona und Madrid verabredeten sich zu "CCTV Mapping Parties", um Videokameras und andere öffentliche Überwachungsmaßnahmen zu dokumentieren.

Premierminister Gordon BrownThematisch setzten die Veranstalter von "Freedom not Fear" in den einzelnen Ländern unterschiedliche Schwerpunkte. Während Aktivisten in Österreich auf die Vorratsdatenspeicherung hinwiesen, konzentrierte sich der Protest in Frankreich auf die Repressionen gegen illegale Einwanderer, die besonders von Überwachung betroffen sind.

Insgesamt beteiligten sich damit deutlich mehr als 5.000 Menschen an den internationalen "Freedom not Fear"-Events, wobei von vielen Veranstaltungen noch keine Rückmeldung vorliegt. Unter denen, die sich gegen Überwachung engagierten, waren auch zahlreiche namhafte Politiker. So beteiligten sich in Schweden zwei Parlamentsabgeordnete von den Linken und den Grünen an der Demonstration. Auch in Bulgarien erschienen mehrere Abgeordnete des nationalen und des Europaparlaments zur Protestkundgebung. In Italien sprachen zwei Mitglieder des EU-Parlaments auf einer Konferenz zu Bürgerrechten und Überwachung.

In einigen Städten wurden die Veranstaltungen von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. So mutmaßte ein Korrespondent von Radio1984 aus Paris, dort sei "ein Polizist pro Teilnehmer" im Einsatz. Trotzdem blieben die Protestaktionen in allen Städten friedlich. (Simon Columbus)

(via Pressecenter des AK Vorrat, thx!)

  • Zitat: Zitat von News  […], unter anderem in den Prag, […] Da warst du wohl schon bei Den Haag, wie? Zitat: Zitat von News  Ein Bild der totalen Überwachungsgesellschaft, die Großbritannien immer schneller wird" Irgendwas fehlt hier … Zur News: Unten steht, es hätten deutlich mehr als 5k Personen teilgenommen. Wenn es aber in Berlin (lt. Artikel!) schon ...

    Schattenspieler am 12.10.2008 15:58
  • Zitat: Zitat von Schattenspieler  Was ist mit den menschen los? Merken die nicht, was abgeht oder haben die einfach keine Zeit, sich damit zu beschäftigen? (Denn zeit ist Geld und geld ist knapp und Arbeit auch, also lässt man das halt andre machen … yeah!) [IMG]http://www.ariva.de/DEUTSCHER-MICHEL_a36701[/IMG] Man bleibt halt bei den Wurzeln

    Wandang am 12.10.2008 21:10
  • Dann wäre vllt. eine Karte (GoogleMapsAPI?) nicht verkehrt, auf der Überwachungskameras markiert sind, soviele wie möglich. Ist schon komisch, daß die Deutschen für charsimatische Figuren so einiges tun, ohne Fragen zu stellen oder genauer hinzusehen (…). Aber wenn es sie direkt betrifft, wenn die Figuren "da oben" ihnen auf der Nase rumtanzen, dann halten sie still und ziehen sich in ihr Privatleben zurück (Biedermeier). Wie kommt es, das ...

    Schattenspieler am 12.10.2008 21:38
  • Die Bertelsmann-Stiftung hat gerade veröffentlicht, dass ein Großteil der deutschen Bürger sich die Möglichkeit zur politischen Partizipation durch Bürgerbegehren wünscht. Dies scheint sogar schon möglich zu sein. Ich bin auf folgende Website aufmerksam gemacht worden: www.we-change-europe.eu

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