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12. Februar 2008

Freies Filmarchiv für Europa Klassiker demnächst im Netz

Archive.org hats vorgemacht: eine ganze Reihe von Filmklassikern jenseits des Copyrights stehen dort zum Download in einem Online-Filmarchiv. Die "Europäischen Filmschätze" wollen dasselbe nun in größerem Maßstab umsetzen: die Archive aller EU-Staaten - bis auf Belgien - konnte man mit ins Boot holen. Die historischen Schätze sollen nur per Streaming verfügbar sein, aber wahlweise deutsch, englisch, französisch, italienisch oder spanisch untertitelt sein.

Die Schwierigkeit bei den historischen Filmen, oft von großem cineastischen, historischen und kulturellem Wert, sei das Finden eines Publikums. Zu umständlich ist es, in den Archiven das Material zu sichten, zu klein die einzelnen Zielgruppen - im Netz soll das nun anders werden, archive.org hat es bereits mit externer Link in neuem Fenster folgtFilmen und externer Link in neuem Fenster folgtBüchern vorgemacht. Eine knappe Viertelmillion Euro Fördermittel aus EU-Töpfen ist nun für das erste Jahr des ambitionierten Projekts "externer Link in neuem Fenster folgtEuropean Film Treasures" bereitgestellt worden. Nach einer schweren Geburt: zwei Jahre dauerte es, bis alle Archive zum Mitmachen bewegt werden konnten.

Nach Projektstart sollen die Partner jeweils Filme vorschlagen, eine Jury wird anschließend über die Auswahl an Filmen beraten, die digital aufbereitet werden. Hinzu kommen sollen Vorstellungen und Präsentationen der Filmarchive, ihrer Aufgaben und Tätigkeiten.

Ein großer, bislang ungesehener Teil der europäischen Filmgeschichte kann so erstmals einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Und was vielleicht noch wichtiger ist: historisch wichtige, gemeinfreie Inhalte werden der Allgemeinheit auch zur Verfügung gestellt. Die Digitalisierung und anschließende Verbreitung ist möglicherweise der einzige Weg, viel Kulturgut für die Zukunft zu erhalten: "externer Link in neuem Fenster folgtOrphan Works" - Werke mit ungeklärter Urheberrechtslage - und Titel mit abgelaufenem Copyright sind zuhauf in den Archiven vorhanden, werden aber weder gepflegt noch gesichtet oder gar auf neue Datenträger konvertiert. Physikalisch wie auch formattechnisch droht der Verlust von Kunstschätzen: wenn Bänder verfallen oder Lesegeräte von veralteten Formaten nicht mehr existieren, sind die Inhalte oft unwiderruflich verschwunden. Thomas Christensen, Kurator am Dänischen Filminstitut:

"Es ist großartig, dass diese Art der Verbreitung nun für Inhalte zur Verfügung steht, die ansonsten in den Archiven verstaubt wären. Ich erwarte nicht, dass wir Zeuge eines Blockbuster-Phänomens werden, vielleicht wird alles recht randständig bleiben, aber es ist eine interessante Verbreitungsweise. Ich denke, wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs, und wir haben die Pflicht, die sich ergebenden Möglichkeiten zu erkunden."

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