gullinews am Sonntag, 30.11.2008 13:08 Uhr (Rating: 

)
Am vergangenen Freitag erfolgte der Auftakt des Projekts "35 Tage gegen DRM". Gleich zu Beginn des Vorhabens wurde der kalifornische Computerhersteller Apple ins Visier der Anti-Kopierschutz-Kampagne genommen. Die Free Software Foundation (FSF) möchte damit zum Boykott von Produkten und Diensten aufrufen, die durch den Einsatz von DRM in ihrer Nutzung massiv eingeschränkt werden.
Obwohl der Apple-Chef Steve Jobs im Februar 2007 dem Einsatz von DRM eine klare Absage erteilte, sieht die momentane Realität noch ganz anders aus. Die FSF prangert an, dass die Angebote im Apple iTunes Store nach wie vor mit einem Kopierschutz versehen sind. Darüber hinaus würden Programme für das iPhone und den iPod Touch mit immer neueren und anderen Kopierschutzhüllen versehen. "Wir verstehen Digitale-Rights-Management (DRM) als technische Durchsetzung der Interessen Dritter gegenüber dem Besitzer eines Computers oder anderen Geräts - mit oder ohne dessen Einwilligung", erklärt Georg Greve, Präsident der FSF Europe (FSFE) und bringt seinen Standpunkt damit auf den Punkt.
Neben den bereits bekannten DRM-Verfahren der iPod-Programme ruft "Defective by Design" zum Boykott von MacBooks auf. Dabei wird vor allem die Unterstützung des Video-Kopierschutzes High-bandwidth Digital Content Protection (HDCP) der jüngsten Modelle der Apple Laptops kritisiert. Durch dieses Verfahren lassen sich die im iTunes Store erworbenen Filme nur auf Displays anzeigen, die das digitale Rechtemanagement unterstützen. Weil diese Beobachtung bei vielen Anwendern auf großes Missfallen gestoßen ist, hat Apple den Video-Kopierschutz kurzerhand mittels eines Software-Updates entschärft. Bei den Kritikpunkten der Kopierschutzgegner dürfte dieser Schritt jedoch nichts grundlegend ändern.
Bis zum Jahresende 2008 will man im Rahmen der Kampagne nun jeden Tag ein anderes Unternehmen vorstellen und dessen Machenschaften öffentlich kritisieren. Auch vor einzelnen Produkten und Diensten verschiedener Firmen will man warnen und die mögliche Kundschaft zum Kauf-Boykott ermutigen. Die weitere Entwicklung des Projekts verspricht spannend zu werden und könnte dem einen oder anderen Kunden die Augen öffnen. (gS-)
(via futurezone)
| 18 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
Sajeth am 01.12.2008 18:01:19: |
am 01.12.2008 18:30:15: |
alter_Bekannter am 02.12.2008 17:24:45: |
Suche
Verwandte NewsFSFE: vierwöchiger Übersetzungsmarathon ab heute
FSFE und Softwaremonopole: welche Wirkung Patente, ihre Gebühren und Standards auf den Markt haben
World of Goo: Spiele mit sowie ohne DRM werden gleichhäufig kopiert
iTunes: Bald nur noch DRM-freie Musik im Angebot?
Marlin: Die neueste Kopierschutz-Idee ist "Open-Source DRM"