gulli: Free Economy: Wirtschaftskrise soll das Ende von Open-Source und freien Inhalten einleiten

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22. Oktober 2008

Free Economy Wirtschaftskrise soll das Ende von Open-Source und freien Inhalten einleiten

Silicon Valley Beobachter, Autor und Entrepreneur Andrew Keen ist der Meinung, dass die Wirtschaftskrise und die nun einsetzende Rezession und darauf folgende Massenarbeitslosigkeit das Ende von Open Source und Freien Inhalten bedeuten soll. Man würde insbesondere in den nächsten Jahren besonders darauf achten, für Tätigkeiten und Wissen auch Geld sehen zu wollen. Wikipedia ist seiner Auffassung nach zum Tode verurteilt.

Andrew Keen dürfte mit seiner Meinung relativ allein dastehen. Er vergleicht die Schlangen verarmter Menschen, die in der letzten großen Depression um warme Mahlzeiten anstanden, mit arbeitslosen Computernutzern, die "freie Inhalte" generieren. Aus seiner Sicht sind Menschen, die an Projekten wie der Wikipedia arbeiten, grundsätzlich gut verdienend oder arbeitslos. Er ist der Auffassung, dass zumindest die amerikanische Bevölkerung vor einer tiefen und lang anhalten Depression steht. Die guten Zeiten, in denen man seine Zeit dafür nutzten konnte, um an "seinem Facebook-Profil zu arbeiten", wären endgültig vorbei und damit auch Überlegungen von Wirtschaftsmodellen wie der "Economy of Free" von Chris Anderson. Keen schreibt: "Wenn wir 50 Jahre in die Zukunft schauen und die Geschichte der Web 2.0 Epoche geschrieben ist, werden wir mit Verwunderung auf die Open-Source Manie in den Jahren zwischen 2000 und 2008 schauen. Wie konnte es nur möglich sein, dass zehntausende Menschen ihr Wissen in der Blogosphäre und der Wikipedia umsonst verteilten? (...) Diese Manie ist mit dem großen Crash im Oktober 2008 zu Ende gegangen."

Meinung: Argumentationen dieser Art werden letze Bastionen sein, die versuchen, die Bevölkerung an das bereits mehrmals gescheiterte System der globalen Finanzmärkte zu binden. Das derzeit erneut kollabierende System scheitert daran, dass es grundsätzlich auf Luft gebaut ist und nicht genug für alle da ist. Free Content, beziehungsweise die große "Kopiermaschine" Internet, ist möglicherweise der einzige viable Ausweg aus diesem Dilemma des "Finanzsystems", welches in den letzten Jahrhunderten zwar trotz Konstruktionsfehlern immer wieder überlebte, aber auch in regelmäßigen Abständen massive Wirtschaftskrisen mit sich brachte. Dass ausgerechnet in der aktuellen Situation "Free Content" aufhört zu existieren ist eine sehr unwahrscheinliche Annahme. Darüber hinaus sind die Gründe, an Open-Source teilzunehmen, eben meistens nicht primär monetär motiviert und die "Economy of Free" ein sekundärer Effekt. (020200)

(via Slashdot, thx!)

  • ist wie bei uns im blick (schweizer "Bild"-Derivat): fett auf der titelseite: "Keine Busse für Telefonieren am Steuer", auf Seite 3 sieht man dann, dass eine Umfrage ergeben hat, das 75% der Schweizer finden, es sollte keine Bussen für Telefonieren am Steuer geben... Liest man nur die Titelseite, nimmt man das als Tatsache auf, genauso ist es hier mit den News... Wenn, dann schreibt doch zumindest ein Fragezeichen hintendran, oder ...

    musicjunkie am 23.10.2008 16:32
  • Man, der Typ hat keine Ahnung, so siehts aus. Mehr kann und sollte man dazu nicht sagen.

  • Zitat: Andrew Keen dürfte mit seiner Meinung relativ allein dastehen. Open Source wurde schon so oft "für tot" erklärt und wo sind wir heute.?? Menschen die das heute immer noch propagieren, kann man einfach nicht mehr ernst nehmen. Von daher, soll er doch allein dastehen...

    soricsoon am 23.10.2008 20:55
  • Zitat: Zitat von t-master  google Google währe ohne die Suche nichts.

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