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06. Februar 2006

Fraunhofer entwickelt Wasserzeichenscanner für Tauschbörsen

Zwei Prototypen für die CeBIT angekündigt

Kundenfreundlicher als DRM soll die Wasserzeichentechnik sein, die das Fraunhofer-Institut auf der CeBIT vorstellen will. Anstatt restriktiver Kopierbeschränkungen soll über den abschreckenden Effekt der Rückverfolgbarkeit verhindert werden, dass gekennzeichnete Dateien in den Tauschbörsen landen. Aufspüren soll die markierten Files ein Tauschbörsen-Client , der zusammen mit der Arbeitsgruppe MERIT der IPSI entwickelt wird.

Unser neuentwickeltes System richtet sich explizit nicht gegen die Tauschbörsen als solche, sondern nur gegen deren Nutzung zur Verbreitung illegaler Kopien", so der Arbeitsgruppenleiter Dr. Martin Steinebach. Die unhörbaren Wasserzeichen werden von der Filesharingapplikation erkannt, eingesetzt werden kann sie zum Ermitteln der Verbreiter von geschützten Dateien, die Wissenschaftler sehen aber auch die Anwendung durch den User selbst als praktikable Möglichkeit.

"Es geht ... nicht darum, die Tauschbörsennutzer nun zu ermitteln und irgendwo anzuschwärzen. Wir möchten einfach, dass jeder, der sich gesetzwidrig verhält, auch erfährt, dass er dies tut. Nutzer, die bisher anonym Tauschbörsen für illegale Downloads missbrauchen, sollen sich beobachtet fühlen", so Steinebach. Denkbar sei beispielsweise ein Client, der Wasserzeichen erkennt und einen Warnhinweis an den User herausgibt, falls dieser ein markiertes File ziehen will.

An der Wiege der mp3-Technologie ist man den gängigen DRM-Techniken gegenüber durchaus kritisch eingestellt, die spezielle Abspielgeräte und häufige Internet-Verbindungen zum Abgleich mit dem Musik- oder Hörbuchlieferanten erfordern.

Die digitalen Wasserzeichen sind auch für Bild- und Videodaten verfügbar, ändern das Dateiformat nicht und seien laut Fraunhofer ohne Kenntnis der verwendeten Markierungssoftware und eines geheimen Schlüssels nicht nachweisbar: damit wird erschwert nachzuprüfen, ob der Versuch der Entfernung des Wasserzeichens überhaupt von Erfolg war.Auch die erneute analoge Aufzeichnung eines Musikfiles, das Einscannen von markierten Bildern oder das Abfilmen eines Videos würden die Wasserzeichen überstehen.

Wenngleich die Entfernung des Wasserzeichens zum Verbreiten der Files nicht einmal notwendig sein müßte. Denkbare Gegenmaßnahme: verschlüsseltes Rar-Archiv der Files anlegen und diese verbreiten. Plätze zur Passworthinterlegung existieren ja - wenn nicht im Filename, dann in der Info oder auf den entsprechenden Webseiten. Auch hier ist weniger mit einem Ende der Verbreitung zu rechnen, sondern dürfte allenfalls ein neues Wettrennen eingeläutet werden.

  • ich denke, in erster zeit wird diese technik für interne zwecke verwendet, um die "lücken im system" zu finden. das heißt dass sie den presse-leuten nur noch filme mit wasserzeichen geben - pro mann ein individuelles zeichen, damit sie genau feststellen können, wer was illegal kopiert/released hat. und wenn dann die spuren zu den crews nicht verwischt wurden wirds gefährlich. *EDIT* @sebamed also wenn jemand so blöd ist, ...

    under-g am 10.02.2006 10:16
  • Zitat: Zitat von under-g  ich denke, in erster zeit wird diese technik für interne zwecke verwendet, um die "lücken im system" zu finden. das heißt dass sie den presse-leuten nur noch filme mit wasserzeichen geben - pro mann ein individuelles zeichen, damit sie genau feststellen können, wer was illegal kopiert/released hat. ist schon lange so. nahezu sämtliche screener/dvdscreener ...

    sebamed am 10.02.2006 10:29
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