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14. Juni 2008

Fraud by Pirate Tax Ein Album bezahlt durch Kopierabgaben

Kopierabgaben auf Rohlinge und MP3 Player sind in Deutschland ebenso normal, wie in Schweden. Der Künstler "Mr. Suitcase" hat sich jedoch eine neuartige Verwendung eben dieser "Steuer" einfallen lassen, die insbesondere Filesharer glücklich stellen dürfte. Durch die "Pirate Tax" Einnahmen seines ersten Albums produzierte er jetzt ein neues Album, welches via BitTorrent frei verfügbar ist.

Der eigentliche Sinn der Kopierabgaben war stets der, die Künstler für etwaige Einnahmeausfälle durch das Kopieren von CDs zu entschädigen. Der schwedische Künstler Mr. Suitcase hat daraus ein neues Vermarktungsmodell entwickelt, welches witzigerweise zahlreiche Probleme lösen könnte. Die Filesharer begehen keine Urheberrechtsverletzung und Mr. Suitcase erhält Einnahmen durch die Kopierabgaben.

Sein neuestes Album "Fraud" stellt dabei das Meisterwerk dar. Ein Album finanziert durch die "Pirate Tax" für die "Piraten".Die Idee zu diesem Schritt hatte er im vergangenen Jahr. Für sein Album "Guidelines For an Emerging Century" erhielt er eine Zahlung von "Stim" vergleichbar der deutschen GEMA. Diese Zahlung beinhaltete unter anderem einen Betrag, der durch die Steuern auf Kopiermedien gegeben wird. In Schweden liegt dieser bei 0,04 Kronen/Megabyte und wird nachträglich an die Künstler ausgeschüttet.

"Anfangs war ich etwas irritiert darüber Geld zu erhalten, da ich diese Art von Ausschüttung wie Almosen betrachte, nicht zuletzt wegen des lächerlichen Systems. Nach einer Weile sah ich es jedoch als eine großartige Möglichkeit an, dass Geld für etwas Kreatives zu verwenden. Da das Geld durch Piraterie hereinkam, war die Entscheidung nicht schwer es auch für diese wieder zu verwenden", so das Statement von Mr. Suitcase.

Mit dem Geld kaufte er gebrauchte Effektgeräte und begann mit seinen musikalischen Experimenten. Ohne darüber nachzudenken, wo es enden könnte, begann er Fragmente diverser Tracks fremder Interpreten durch Effekte zu abzumischen.

"Ich war schon immer von der "Cut-and-Paste" Kunst begeistert, schließlich war ich mit Künstler wie "The Future Sound of London" oder "Saint Etienne" aufgewachsen. Diese taten nichts anderes als die Samples neu zu kombinieren und etwas völlig Neuartiges zu erschaffen!"

Nach einer Weile geriet das Projekt zum Positiven völlig außer Kontrolle. Freunde kamen vorbei und nahmen neue Vocals auf, so dass das Album am Schluss ein Mischwerk aus allem war und dennoch einzigartig.

"Als das Projekt anwuchs, habe ich den Überblick verloren wie viele original Songs wir benutzt hatten. Aber ich schätze es dürften an die 100 Stück sein. Über Prince zu The Rice Twins, von Ashanti zu Zongamin. Ich realisierte erst am Schluss, dass es kein Mixtape war, aber auch kein richtiges Album. Ich betrachtete das Ganze als einen Umbruch und veröffentlichte das Album auf The Pirate Bay."

Künstler sollten, so die Meinung von Mr. Suitcase, deren nicht bezahlte Nutzung der Werke relaxter entgegensehen.

frauds"Aufgrund der Tatsache, wie das Internet funktioniert, gibt es keinen Grund, für oder gegen Filesharing zu argumentieren. Wir können lediglich festhalten das Filesharing stattfindet.[...]. Für mich ist "Frauds" ein Statement. Es ist soviel Negatives in dieser Debatte, wie "File sharing bedeutet Künstler können nicht...", oder "Filesharing bedeutet dass niemand mehr...". Ich denke, dass es das genaue Gegenteil ist. Ich finde, dass es der beste Aspekt des digitalen Zeitalters ist, dass man alles was je aufgenommen wurde remixen, verbessern und verändern kann.

 

(via torrentfreak thx!)

(Bild via mrsuitcase thx!)

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