Eine Kommission zur Bekämpfung der Internetpiraterie entwickelt im Auftrag der französischen Regierung Maßnahmen, um unlizensierten Kopien entgegenzuwirken. Dass nichts von Wert ist, was keinen Preis hat, verkündete in diesem Kontext ausgerechnet die Kultusministerin Christine Abanel:
"Der Gedanke, das alles möglich sei, muss nun zu seinem Ende kommen. Wir können die Idee nicht unterstützen, dass Kultur kostenlos sein muss und Schöpfungen keinen Preis und damit auch keinen Wert haben."
Beim Treffen mit der Kommission kündigte der Providerverband AFA an, Uploader mit sogenannten "Radar Robot Computern" aufzuspüren, die auf unerlaubte Uploads "reagieren" sollten. Betreut solle ein solches System jedoch von einer Polizeistelle, da es in individuelle Freiheitsrechte eingreift. Eine Ausfilterung beanstandeter Inhalte lehnt die AFA hingegen ab. Weiterhin könne man nach US-Vorbild User auch anschreiben, die unerlaubt Content ins Netz stellen.
Der Verband der französischen Phonoindustrie stellt erwartungsgemäß noch weitergehende Forderungen. Dessen Generaldirektor Hervé Rony verlangte die Möglichkeit schneller Bestrafungen von Downloadern, vergleichbar mit Strafzetteln bei zu schnellem Fahren.
Die AFA treibt damit ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Zwar weist der Verband darauf hin, spätestens bei verschlüsselten Verbindungen keine Möglichkeit mehr zu haben, Inhalte zu erkennen und gegebenenfalls auf bestimmte Datentransfers zu reagieren. Begehrlichkeiten weckt man mit solchen Vorschlägen bzw. Zugeständnissen an die Contentindustrie mit Sicherheit - es dürfte eine reine Frage der Zeit sein, bis die ersten Forderungen nach Contentfilterung zumindest für ungesicherte Verbindungen aufkommen. Dass man das technisch könne, hat der AFA ja "eingestanden" - auch wenn dies faktisch nicht zutrifft.
| 24 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Atheist-666 am 13.10.2007 14:32:14: |
Sp00kyFox am 13.10.2007 17:09:09: |
bugarup am 14.10.2007 05:21:10: |