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22. März 2006

Frankreich iTunes muss kompatibel werden

Filesharing und DRM umgehen hingegen strafbar

Die Achterbahnfahrt um Filesharing und DRM in Frankreich scheint an einem Ende angekommen: das Parlament stimmte dem letzten Gesetzesentwurf zur Reform des Urheberrechts zu. Damit ist Filesharing in Frankreich nun strafbar, nachdem die erste parlamentarische Abstimmung eine Legalisierung vorsah. Die Strafen sehen bis zu 300.000 Euro Geldstrafe und zwei Jahre Haft vor.

Dem gegenüber steht eine Öffnungsklausel gegen DRM, welche den Anwendern von Kopierschutztechnik Bauchschmerzen machen dürften: online gekaufte Musik muss auf beliebigen Geräten abspielbar sein. Betroffen ist vor allem Apples iTunes-Musikshop. Die Fair-Play-geschützten AAC-Files des Shops laufen nur auf iPods, diese wiederum spielen den Microsoft-Standard WMA nicht ab. Die Interoperabilitätsklausel sieht eine übergreifende Abspielfähigkeit vor: die DRM-Hersteller müßten ihre proprietären Formate den Mitbewerbern öffnen.

Während von Apple keine Stellungnahme vorliegt, vermuten Analysten den Rückzug Apples vom französischen Markt. Ungefähr 2% seines Umsatzes macht Apples iTunes-Shop in Frankreich. Dieser Anteil sei vernachlässigbar angesichts des Risikos, mittels ähnlicher Gesetze in anderen Ländern zum sukzessiven Öffnen der eigenen Formate gezwungen zu werden.

Auch in anderen Bereichen sind die Folgen der kommenden Gesetzgebung unvorhersehbar. Der DRM-Schwächung durch die Verpflichtung zur Kompatibilität steht das Verbot der Umgehung gegenüber, die auch das Verbreiten von Software umfasst, die den Zugriff auf geschützte Files ermöglicht. Neben den üblichen Verdächtigen wie AnyDVD und Konsorten können darunter auch OpenSource-Programme wie VLC fallen oder gar Serversoftware oder Filesharingprotokolle per se in juristische Graubereiche bringen könnte: schließlich ist das Anbieten eines "geschützten Files" auch mit einem simplen Webserver möglich.

Das Gesetz muss noch vom Senat abgesegnet werden, um im Kraft zu treten. Im Fall eines Regierungswechsels wurde von den Sozialisten eine "Überprüfung" des umstrrittenen Gesetzes angekündigt.

  • Wären die Preise für Tonträger,Kino , DvD´s und Spiele erschwinglicher würden die Kundenzahlen wieder in die Höhe schnellen und der "verlust" durch niedrigere Preise währe durch die höhere Kundenanzahl wieder ausgeglichen. Kopien würden rückläufig werden jedoch nicht ganz verschwinden, da es in jedem Land arme leute gibt. Aber so weit können sesselfurzende Bürokraten und Geldscheffelnde Politiker nicht denken. Gesetze werden nach ...

  • bei sowas geht es in erster Linie um die Macht alles zu kontrolieren.Die Intressen der Industrie haben schon lange Vorrang vor den Bürgern. Das ist das typische Beispiel für vollendeten Lobbyismus. Wir werden uns noch wundern was da auf uns zukommen wird und wir als sozusagen mündiger Bürger sind dem ganzen ausgeliefert. Erst wenn die Industrie alles kontroliert und bestimmt was du mit dem was du gekauft hast anfangen darfst und der Staat das ...

    wolle707 am 23.03.2006 08:01
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