Kopierschutz, kundenfreundlich
"Wie gewohnt, rettet Frankreich die Zivilisation", das Fazit Ed Feltens zur französischen Umsetzung der EU-Copyrightdirektive. Die wünschenswerte Legalisierung von Filesharing brachte sie nicht, dafür jedoch erfreuliche Veränderungen für Kopierschutztechniken. DRM muss nicht zum offenen Standard werden, aber wie ein solcher offengelegt und für Dritte nutzbar sein.
"Technische Mittel [die DRM-Technik] sollen nicht zum Verhindern von Interoperabilität im Rahmen des Copyright führen. Hersteller der Technik müssen den Zugriff auf die Informationen ermöglichen, die zur Herstellung von Interoperabilität nötig sind. Mit "notwendiger Information" ist die Dokumentation von Programm und Schnittstellen gemeint, die ... benötigt werden, um eine Kopie des Werks anzufertigen, die mit der genannten Technik geschützt ist".
Damit ist garantiert, dass DRM-Technik in Frankreich offengelegt werden muss. Interoperabilität bedeutet nicht weniger, dass geschützte Files eines bestimmten Formats entweder auch auf anderen Plattformen abspielbar sein oder die notwendigen Informationen geliefert werden müssen, damit Dritte die Portierung auf alternative Plattformen besorgen können. Die benötigten Informationen darf jeder Betroffene anfordern. Dafür dürfen maximal die logistischen Kosten für die Datenherausgabe vom DRM-Anbieter gefordert werden.
Einzige Ausnahme könnten nach Felten patentgeschützte Methoden sein. In Anbetracht dessen, dass Softwarepatente in Europa (noch) nicht zulässig sind, kommt diese Einschränkung jedoch nicht zum Tragen.
Dagegen sträubt sich Apple, welches sein Quasimonopol auf fairPlay-geschützte iTunes-Tracks logischerweise gefährdet sieht. Zu Unrecht, so Christian Paul, einer der Parlamentarier, der die Regelung in den Gesetzesentwurf einbrachte. Es gehe schlicht um freie Märkte und Wettbewerb, der Herstellern wie Kunden zugute komme. Auch hier: es ist erstaunlich, dass man der Industrie solche Ziele per Gesetz verordnen muss.
"Zuerst: Wir wollen die freie Auswahl der Kunden sowie ihre Privatsphäre schützen. Wir wenden uns gegen den Gedanken, dass der Verkäufer eines Musikstücks oder eines anderen Werks auf Dauer und selbst in der Wohnung des Käufers bestimmen kann, wie der Konsument es nutzt. Es ist von essentieller Wichtigkeit, dass der Konsument das Abspielgerät frei wählen kann, so wie er heute auch seine bevorzugte Stereoanlage nutzen kann und nicht für jeden Anbieter eine neue kaufen muss.
Zweitens: wir wollen den Markt frei und offen halten. Anstatt künstliche Monopole zu fördern, bevorzugen wir eine Umgebung, in der jeder Innovator eine Chance hat. Dafür brauchen Innovatoren Informationen, wie sie mit bereits vorhandener Technik interagieren können. Um sicherzustellen, dass auch kleine Wettbewerber Marktzugang erhalten, dürfen diese Informationen nicht teuer sein".
Das sei gut für die Kunden, das sei auf Dauer auch gut für die Anbieter. Denn ein Produkt, das man auf beliebigen Plattformen nutzen kann, wird lieber gekauft. Und verkaufen wollen die Labels ja alle. Nur die notwendigen Maßnahmen, um für die Kunden auch attraktiv zu werden, muss man ihnen gesetzlich vorschreiben.
Ein seltenes Phänomen, dass eine Regierung einer Milliardenindustrie Marktwirtschaft und Kundenfreundlichkeit lehren muss. Aber im Medienbusiness ist einfach alles möglich.
... t Link: DRM muss in Frankreich offengelegt werden Wenigstens Frankreich wehrt sich gegen die Musikindustrie und sagt nicht zu allem Ja was die Lo ...
Kopierschutz, kundenfreundlich "Wie gewohnt, rettet Frankreich die Zivilisation", das Fazit Ed Feltens zur französischen Umsetzung der EU-Copyrightdirektive. Die wünschenswerte Legalisierung von Filesharing brachte sie nicht, dafür jedoch erfreuliche Veränderungen für Kopierschutztechniken. DRM muss nicht zum offenen Standard werden, aber wie ein solcher offengelegt und für Dritte nutzbar sein. Die erste Übersetzung der umstrittenen ...
na bitte, es geht doch. frankreich mußt doch jetzt wegweisend sein! go french
im grunde ist es mit egal, ob was weiss ich wo irgendein drm offengelegt werden muss, da ich so einen scheiss sowieso niemals kaufen würde! aber interressant ist, wie die einzelne seiten drauf reagieren und man stellt mal wieder fest, dass apple schoen ein grösserer sauhaufen als m$ ist, der mit allen mitteln (und sind sie noch so benutzerfeindlich) den einbruch seiner markbeherrschenen stellung verhindern will! vor ca 4 jahren haben noch ...