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23. November 2007
Frankreich Drei mal Piraterie, dann kickt der ProviderDreimal Mist gebaut, und du bist raus aus dem Netz: so die Pläne des französischen Präsidenten Sarkozy sowie der Internet- und der Medienindustrie. Sarkozy ist als Hardliner bekannt, der auch mal das "Gesindel" mit dem Dampfdruckreiniger aus den Straßen "kärchern" möchte. Nun will er auch im Netz den Saubermann spielen, und das schlimmste: die Industrie läßt ihn gewähren. Der Mann wächst mit der Aufgabe, muss Sarkozys Motto sein. Anders läßt sich nicht erklären, dass der Präsident trotz großer Unruhen und massenhaften Streiks im Reallife nun auch die Netzgemeinde gegen sich aufbringen will. Die Franzosen sind in diesem Bereich recht liberal eingestellt, Sarkozys Pläne könnten dem ein Ende machen. Und das schlimmste: er könnte Erfolg haben. Und wird dann ein Urheberrechtsverstoß beobachtet, erfolgt eine Warnung, ebenso beim zweiten Mal. Wer sich dreimal erwischen läßt, dem wird die Leitung gekündigt. So jedenfalls die Pläne. Aber keine Sorge: es handelt sich mitnichten um eine Gängelung der Bürger im reinen Profitinteresse der Medienunternehmen. Sarkozy hat es verstanden, im Gegenzug die Industrie zu geradezu revolutionärem Entgegenkommen zu bewegen. Dafür, dass Privatunternehmen in Vertretung Strafvollzug spielen dürfen, haben sie den Usern weitgehende Zugeständnisse eingeräumt. DVDs von Kinofilmen sollen in Zukunft nämlich nicht mehr erst 7,5 Monate nach dem Kinostart in den Handel kommen, sondern bereits nach einem halben Jahr. Und auch die Musikindustrie zeigt sich von ihrer großzügigen Seite: im Internet gekaufte "Archivmaterialien" französischer Musik soll in Zukunft auf allen Playern lauffähig sein: DRM wird in diesem Bereich abgeschafft. Chapeau, Herr Sarkozy! Denn eine Branche davon zu überzeugen, alte Medien auf eine Weise zum Kauf anzubieten, dass mehr Kunden die Möglichkeit haben, sie auch abzuspielen - das muss eine argumentative Meisterleistung gewesen sein. Verwandte News
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