Die Bilder gleichen sich: kommen Wahlmaschinen in die Diskussion, stellt sich heraus, dass keiner weiß, wie die Geräte funktionieren und auch niemand will, dass das ans Licht kommt. So auch in Finnland: trotz eines sehr schnellen und verlässlichen Papiersystems wird die Einführung von Wahlcomputern verhandelt. Funktionsweise: Betriebsgeheimnis. Transparente Prüfung auf Papier: nicht vorgesehen.
Der finnische Ableger der EFF, Electronic Frontier Finland (Effi) stellte eine Anfrage beim finnischen Justizministerium bezüglich des geplanten elektronischen Wahlverfahrens in Finnland. Eingesetzt wird Technik der TietoEnator Finland und dem spanischen Ausrüster Scytl. Dokumente über die Funktionsweise der Scytl-Technik konnte jedoch nicht herausgegeben werden: es handele sich dabei um Firmengeheimnisse eines Privatunternehmens.
Der Tropfen auf den heißen Stein: Die Universität Turku soll einen Software-Audit durchführen, um Manipulationsmöglichkeiten auszuschließen. Dass solche Audits wenig bewirken, lehrt das Beispiel Deutschland: trotz mehrfach vom CCC dokumentierten Manipulationsmöglichkeiten verschiedener Wahlmaschinen stellten sich die Entscheidungsträger merkbefreit, die Geräte wurden wiederholt eingesetzt. Darüber hinaus wurde die Wahlbeobachtung häufig erschwert bis unmöglich gemacht.
Autsch! Auch wenn ich grundsätzlich befürworte, daß Technik in dafür relevante Bereiche einziehen soll, so hab ich hier doch echte Bauchschmerzen! Kann man nur hoffen, daß sich der gemeine Finne nicht auf das Trauerspiel einlassen wird! Cee ya, CCS
Zitat: Stattdessen soll nun eine Technik kommen, die nicht nur vollkommen intransparent ist. Darüber hinaus sollen Neuauszählungen der Ergebnisse unmöglich werden Gibt es denn in unseren "demokratischen" Ländern keine Möglichkeit der Sache juristisch beizukommen. Ich meine, wenn das Auszählungsverfahren völlig intransparent ist, verstößt dies doch sicher in irgendeiner Form gegen die ...
Security through obscurity... das war schon immer eine schlechte Idee