gullinews am Donnerstag, 14.02.2008 12:53 Uhr
Der finnische Ableger der EFF, Electronic Frontier Finland (Effi) stellte eine Anfrage beim finnischen Justizministerium bezüglich des geplanten elektronischen Wahlverfahrens in Finnland. Eingesetzt wird Technik der TietoEnator Finland und dem spanischen Ausrüster Scytl. Dokumente über die Funktionsweise der Scytl-Technik konnte jedoch nicht herausgegeben werden: es handele sich dabei um Firmengeheimnisse eines Privatunternehmens.
Bisher wird in Finnland auf Papier gewählt, die Auszählung wird zweimal durchgeführt, dabei sind Vertreter der zur Wahl angetretenen Parteien anwesend. Das Verfahren gilt als schnell und verlässlich - eine Auszählung ist im Regelfall nach wenigen Stunden abgeschlossen. Stattdessen soll nun eine Technik kommen, die nicht nur vollkommen intransparent ist. Darüber hinaus sollen Neuauszählungen der Ergebnisse unmöglich werden, zu guter Letzt ist die eingesetzte Software auf den Wahlmaschinen Closed Source.
Der Tropfen auf den heißen Stein: Die Universität Turku soll einen Software-Audit durchführen, um Manipulationsmöglichkeiten auszuschließen. Dass solche Audits wenig bewirken, lehrt das Beispiel Deutschland: trotz mehrfach vom CCC dokumentierten Manipulationsmöglichkeiten verschiedener Wahlmaschinen stellten sich die Entscheidungsträger merkbefreit, die Geräte wurden wiederholt eingesetzt. Darüber hinaus wurde die Wahlbeobachtung häufig erschwert bis unmöglich gemacht.
| 3 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
CCS am 14.02.2008 13:04:30: |
Loddafnir am 14.02.2008 18:53:17: |
wirfmichweg2 am 15.02.2008 01:18:15: |