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08. Februar 2008

Finanzbehörden überprüfen 100.000 Webseiten täglich

Die deutschen Finanzbehörden untersuchen mithilfe eines lernfähigen Webcrawlers täglich rund 100.000 Seiten im Internet. Dabei sollen Steuersünder und Privatpersonen, die in gewerblichem Stil Waren in Internetauktionshäusern wie eBay verkaufen, aufgespürt werden. Auch private Betreiber von gewerblichen Webseiten seien von der intelligenten Suchmaschine betroffen.

Bei der Software handelt es sich um eine umgeschriebene Version des Webcrawlers XPIDER. Das Programm wurde ursprünglich von der Firma Xlaunch im Auftrag der Deutsche Börse Systems entwickelt. Der Robot sammelt dabei eigenständig Informationen, wertet diese aus und ist aufgrund seiner künstlichen Intelligenz lernfähig. Mithilfe der Software sollen gewerbliche Internet-Händler aufgedeckt werden, die ihre Gewinne nicht versteuern. Findet der Webcrawler einen verdächtigen Anbieter, wird von den Finanzämtern bei den Internetauktionshäusern eine Auskunft eingeholt. Mittlerweile ist man bei eBay dazu übergegangen, vor dem Einsatz der XPIDER zu warnen. Schon vor Jahren schätzte man den Umsatz aller Aktionshäuser auf insgesamt 15 Milliarden Dollar. Kein Wunder, wenn die deutschen Finanzämter die korrekte steuerliche Behandlung von Verkäufen in solchen Dimensionen überprüfen wollen.

Darüber hinaus sollen in einem automatischen Verfahren kommerzielle Webseiten als solche identifiziert werden. Auch hier wird überprüft, ob deren Betreiber in der Vergangenheit ein Gewerbe angemeldet und ihre Umsätze versteuert haben. Aktuelle Erfolgsstatistiken liegen nicht vor. Das Bundesfinanzministerium gab nach einer Anfrage der Tageszeitung FAZ bekannt, dass diese Angelegenheiten in den Zuständigkeitsbereich der Behörden der jeweiligen Länder fallen würden. Laut Wikipedia findet der Xpider (=eXtended Spider) beim Bundesfinanzministerium bereits seit 2003 seine Anwendung.

Im November 2006 stellte der Bundesrechnungshof in einer Drucksache fest, dass es mit XPIDER "trotz mehrjähriger Datenrecherche" nicht gelang, "wirksam Personen zu identifizieren, die den Finanzbehörden Umsätze und Gewinne aus im Internet angebotenen Waren und Dienstleistungen verschwiegen haben". Zwar übermittelte XPIDER offenbar massenhaft Daten, aber die Quote der Fälle, die eine genauere Überprüfung rechtfertigten, lag nur im Promillebereich. Und bei keiner dieser Überprüfungen kam etwas heraus. Die gesammelten Daten waren laut Bundesrechnungshof "nicht schlüssig" und dadurch "nicht nutzbar". (Quelle: Wikipedia) Es ist aber davon auszugehen, dass die entsprechenden Suchroutinen mittlerweile verfeinert wurden.

(via FAZ & Wikipedia)

  • 9 Kommentare zum Artikel
  • dank dem finanzamt, ziehen sowieso alle firmen ins ausland und keiner traut sich hier mehr ein gewerbe anzumelden, da es in 90% aller fälle in die hose geht, dank der riesigen ausgaben und bürokratenwahnsinn. das schlimmste an dem ganzen ist, dass die richtig großen, die sich es eigentlich leisten könnten, ihr geld sowieso günstig im ausland bunkern, es ist quasi ein nicht endener teufelskreislauf. und wir alle müssen dafür haften, jeder ...

    franz86 am 09.02.2008 03:22
  • Zitat: Zitat von franz86  dank dem finanzamt, ziehen sowieso alle firmen ins ausland und keiner traut sich hier mehr ein gewerbe anzumelden, da es in 90% aller fälle in die hose geht, dank der riesigen ausgaben und bürokratenwahnsinn. das schlimmste an dem ganzen ist, dass die richtig großen, die sich es eigentlich leisten könnten, ihr geld sowieso günstig im ausland bunkern, es ist quasi ein nicht endener ...

    Wandang am 29.02.2008 17:37
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