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05. Dezember 2006

Filmpirat kommt mit sieben Jahren Knast davon

Eine derart lange Haftstrafe für Camripping scheint überhöht, Johhny Ray Gasca kann man zum Urteil hingegen gratulieren. Der "Prince of Piracy", zu dem ihn die Medien hochstilisierten, fiel durch seine bemerkenswerte Dreistigkeit auf - 89 Festnahmen, Flucht und Erpressung der MPAA sprechen für sich.

Sieben Jahre für Camripping ist unverhältnismäßig, das dürfte ausser Frage stehen. Gascia war jedoch nicht nur wegen der Rips angeklagt. Er habe unter anderem die Rips kommerziell verkauft und wöchentlich bis zu 4.500 Dollar damit verdient, so der Tatvorwurf. Flucht, Erpressung und Zeugeneinschüchterung wurden ihm ebenso vorgeworfen wie die Verwendung einer gefälschten Sozialversicherungsnummer. Ihm drohte in dem Verfahren, in dem am 30. Juni vergangenen Jahres der Schuldspruch fiel, bis zu 25 Jahre Haft.

Das Verfahren gegen Gasca geriet zwischenzeitlich zur regelrechten Farce. Nachdem seine Ausrüstung bei einer Festnahme beschlagnahmt wurde, rief Gasca anschließend bei der MPAA an und versuchte die Antipiraterieorganisation zur Herausgabe seiner Ausrüstung zu erpressen: ansonsten würde er mit dem Release von 30 bisher unveröffentlichten Movierips der Industrie entsprechenden Schaden zufügen. Später stritt Gasca sämtliche Tatvorwürfe plötzlich ab: die ihm vorgeworfenen Taten habe er niemals begangen, Zeugen, die seine Ripaktionen beobachteten, würden lügen.

Der Prozess gegen Gasca, der bereits im Januar 2005 beginnen sollte, konnte erst im April aufgenommen werden, da Gasca vor Prozessbeginn die Flucht ergriff und für drei Monate untertauchte.

Gasca streitet nach wie vor ab, die Filme kommerziell gehandelt zu haben.

"Dieses Urteil markiert das Ende einer langen Ermittlung und einem Verfahren, das Copyrightverstöße, Zeugeneinschüchterung und Flucht beinhaltet",

so der Kommentar Stephen Tidwells vom FBI. Die Zeugeneinschüchterung dürfte funktioniert haben: Gascia ist vorbestraft, weil er einem Freund ins Gesicht geschossen hatte.

  • Habt ihr mal den letzten Satz gelesen? Der Typ hatte definitiv einen an der Klatsche, würde mich nicht wundern wenn die anderen Sachen die ihm vorgeworfen werden auch so vorgefallen sind. Ausserdem ist das Art wie der die Warez beschafft und vertrieben hat ja doch eine Spur anders wenn man das mal mit "normalen" Leuten vergleicht.

    Chritzer am 07.12.2006 17:11
  • Zitat: Zitat von ~Insider~  APFEL - BIRNE! In den USA kannst Du für einen Mord die Todesstrafe bekommen, also vergleiche Deutsches Recht nicht mit US-Recht. ... Grundsätzlich ist die Perversität des Deutschen Rechts mit dem US-Recht sehr wohl vergleichbar. Auch wenn man für Mord in den USA die Todesstrafe kriegen KÖNNTE, sind beide Rechtssysteme darauf ausgerichtet, diejenigen, die das Geld ...

    boingball am 22.12.2006 23:30
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