gulli: Filmindustrie verklagt fantasievoll weiter
25. Februar 2005

Filmindustrie verklagt fantasievoll weiter

Diesmal Verkäufer in der Schusslinie

Eine weitere Runde von "John-Doe" - Verfahren hat die Vereinigung der amerikanischen Filmproduzenten MPAA eingeleitet. In einer nicht benannten Zahl von Klagen werden User belangt, welche kopierte Filme im Internet zum Kauf anbieten. Anders als in der letzten Klagewelle scheint das Ziel diesmal nicht der gewöhnliche Tauschbörsennutzer zu sein.

Auch diesmal spart die MPAA nicht mit fantasievollen Zahlen, um ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Über den Schwarzmarkt mit kopierten Filmen würden den Produzenten jährlich 3,5 Milliarden Dollar entgehen. Analog dazu setzten sie den Streitwert bei den nun eingeleiteten Verfahren auf 150.000 Dollar pro heruntergeladener Datei an - ein Betrag, der selbst bei wohlmeinender Einstellung gegenüber der MPAA und ihren Vorstellungen über finanzielle Schäden durch kopierte Filme gelinde gesagt phantastisch ist.

Die MPAA will im Vorfeld der demnächst anstehenden Oscar - Verleihungen wieder stärker für die Schäden für die Filmindustrie sensibilisieren, welche angesichts entgangener Gewinne zwangsläufig billigere und schlechtere Filme produzieren müsse. Wie dies zu den letztens vermeldeten Rekordgewinnen des größten Filmproduzenten Time Warner passt, bleibt dagegen Geheimnis der MPAA.

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