Filesharing: Wuppertaler Staatsanwalt drohen Ermittlungen

gullinews am Dienstag, 27.05.2008 12:52 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Gegen den Wuppertaler Oberstaatsanwalt, Helmut Schoß, laufen Ermittlungen wegen Strafvereitelung sowie Rechtsbeugung. Dieser hatte sich geweigert, gegen Tauschbörsennutzer, die urheberrechtlich geschütztes Material verteilten, zu ermitteln.

Ein Sprecher des Düsseldorfer Generalstaatsanwalts bestätigte diese Meldung. Demnach seien mehrere Strafanzeigen gegen den Oberstaatsanwalt eingegangen, nachdem bekannt wurde, dass dieser keine Ermittlungen gegen Tauschbörsennutzer einleiten würde. Nichtsdestotrotz habe dieser jedoch mit einer Einstellung des Verfahrens zu rechnen, so der Sprecher. Fakt sei nämlich, dass es zur Haltung von Schoß und somit der Wuppertaler Staatsanwaltschaft zwar unterschiedliche Rechtsmeinungen geben würde, ein strafrechtlicher Vorwurf könne daraus jedoch nicht konstruiert werden. Helmut Schoß sah sich in seiner Funktion als Oberstaatsanwalt von der Content-Industrie "missbraucht". Ihm ergeht es wie zahlreichen weiteren Kollegen, die tagtäglich mit hunderten Strafanzeigen gegen Tauschbörsennutzer bombardiert werden. Eine fehlende Verhältnismäßigkeit bei den Ermittlungen sei gegeben. Vorgemacht hatten ihm dieses Verhalten mehrere Staatsanwaltschaften im Saarland sowie in Schleswig-Holstein. Auch dort verweigern inzwischen mehrere Staatsanwaltschaften die Ermittlungen von Usern, die sich urheberrechtlich geschütztes Material in Tauschbörsen organisieren. Das Herunterladen sei keine gravierende Straftat, so ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Zwar verletzte es die Urheberrechte, doch gehe es den Anzeigeerstattern in erster Linie um den Namen und die Adresse der betroffenen Personen, um diese kostenpflichtig abzumahnen.

Die gegenwärtige Situation führt dazu, dass immer mehr Staatsanwaltschaften eine Ermittlung verweigern, da sie nicht zu Handlangern der Content-Industrie werden wollen. Diese verfügt indes über kein anderes Mittel, um an die Namen und Adressen zu gelangen.

(via heise.de ,thx!)

Bookmark and Share

48 Reaktionen aus dem gulli:Board

SPMan am 29.05.2008 17:46:30:
Somit ein wirklich schlechtes Beispiel, was Sie da gewählt haben. :p Das ist Routine... :D...

gummibaer74 am 29.05.2008 18:07:41:
Gravenreuth scheint zu denen zu gehören, die diesem "Reductio ad absurdum" Spektakel erst die nötige Würze geben. Sie schöpfen aus der Angst und der Unwissenheit und bauen ganz auf die Ängste der Bürger, die dann ab genervt von einem wahren Thema lassen. Der Paragraphen-Wirrwarr und ...

SPMan am 29.05.2008 19:11:27:
Nun, es gibt ein physikalisches Naturgesetz das sich "actio et reactio" nennt. Sprich auf eine Aktion folgt immer eine gleichgroße Reaktion. Ich denke das lässt sich in der Regel auch auf das Leben an sich anwenden. Irgendwann - früher oder später - bekommt man auf irgendeine Art und Weise die ...

 

© 1998-2010 gulli.com | Suche

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

Filesharing: BitSpirit 3.3.2.230 veröffentlicht
Trackersoftware: Sicherheitslücke verrät Filesharer