gulli: Filesharing-Studie München: Erste Zusammenfassung der Ergebnisse

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08. Februar 2007

Filesharing-Studie München Erste Zusammenfassung der Ergebnisse

Im Sommer 2006 wurde im Rahmen einer Magisterarbeit an der Uni München eine Umfrage zum Thema Filesharing durchgeführt. 639 Personen nahmen teil, darunter auch User des gulli:boards. Erstaunlich hohe Bildungsabschlüsse, hohe Leecher-Quoten und differenzierte Nutzungsweisen konnte Beatrix Deiss nachweisen.

"Risikobewusste Vielnutzer", "bedenkenlose moderate Nutzer", "moralische Wenignutzer" und "ängstliche Wenignutzer" sind die Nutzertypen, die sie in ihrer Stichprobe identifizieren konnte. Angst vor Strafverfolgung hatte bei mehr als einem Drittel der Befragten zu verringertem Filesharing geführt - ein Ergebnis, welches die Industrie freuen dürfte. Das immer wieder gern gehörte Argument, wer tausche, kaufe weniger, ist hingegen einmal mehr entkräftet worden: die Hälfte der Befragten hat das Kaufverhalten nicht geändert, ein knappes Drittel kaufe zwar weniger, diesem stehen 20% P2P-User gegenüber, die trotz bzw. wegen Filesharing mehr kaufen.

Zahlreiche weitere, erste Befunde überraschen weniger: dass eDonkey nach wie vor vor dem Torrent liegt, kommt etwas unerwartet. Voraussehbar waren die Gründe für die Attraktivität der Filesharingnetze: umfassendes Angebot, Kennenlernen neuer Musik, risikoarmes Probehören wurden angeführt. Das Downloadverhalten ändert sich mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln: Wer wenig Geld zur Verfügung hat, lädt mehr, wer mehr ausgeben kann, lädt weniger. Auch hier bestätigt sich klassisch, dass die These nicht gehalten werden kann, dass ein Download einem "entgangenen Kauf" entspricht: jede Einkommensgruppe kann eben nur so viel Geld ausgeben, wie ihr zur Verfügung steht.

Der viel beschworene Communitygedanke ist bei den Tauschbörsen hingegen auf dem absteigenden Ast. Auf einen Anbieter kommen Deiss' Studie nach zwei Leecher, die den eigenen Upload unterbinden (oder zumindest glauben, dies zu tun). Immerhin: je communityorientierter eine Tauschbörse ist und je mehr Interaktion neben dem Datentausch stattfindet, desto höher die Anbieterquote. Besonders "gemeinschaftsorientiert" sei demnach Soulseek.

Trotz der Stichprobengröße sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen: die im Schnitt 27 Jahre alten Studienteilnehmer sind fast ausschließlich männlich und hoch gebildet - drei Viertel der Befragten verfügen über das Abitur. Was die Befürchtung nahe legt, dass sich vor allem Filesharer mit hohem Bildungsstand getraut haben, den Fragebogen zu beantworten und der Anteil von Haupt- und Realschülern unterrepräsentiert bleibt. Eine ausführliche Auswertung der Untersuchung soll noch folgen - spannend wäre eine gewichtete Analyse nach Bildungsstand allemal.

  • Bei knapp 340 Euronen Hartz IV nen sehr günstigen PC für 499€ bei Aldi&Co. zu kaufen, ist schon rein mathematisch sehr schwierig. Dann noch mind. 35 € einen Anschluss (meist Tel.-Anschluss + Internet-Anschluss). Also ganz ein Pappenstiel ist das ganze auch nicht. Zudem haben noch immer nicht alle Schulen einen Internetzugang, den man auch als richtigen Zugang verstehen kann. Gründe: - lahme Geschwindigkeit, - Benutzung ...

    Johannes198x am 10.02.2007 18:09
  • Jetzt bringts mich aber draus. Der Link tut bei mir, habs grade noch von wem gegentesten lassen. Shift-Reload? Meine Hauptthesen: Zitat: Zum einen: Der Geist eines “Netzzugang ist per se für alle gut” schwebt während einiger Vorträge über den Wassern. Man hat einen Prozentsatz von Nicht-Usern, und die sind das Problem. Meinetwegen 50% der Hauptschüler haben Netzzugang, das heisst dann, dass sie ein paar mal pro Woche ...

    Korrupt am 10.02.2007 18:14
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