Felix Oberholzer-Gee und Koleman Strumpf haben ihre Studie "The Effect of File Sharing on Record Sales: An Empirical Analysis" im Journal of Political Economy veröffentlicht, der Volltext steht im Netz. Das Ergebnis ihrer Analyse: der Zusammenhang zwischen Filesharing und Verkaufszahlen ist statistisch nicht von Null unterscheidbar.
Ihre Ergebnisse seien "unvereinbar mit Behauptungen, dass Filesharing die primäre Ursache für das Sinken der Verkaufszahlen von Musik während des Untersuchungszeitraums" sei. Die Eingangsbetrachtung:
"Wir fanden heraus, dass Tauschbörsennutzung nur einen begrenzten Einfluss auf Plattenverkäufe hat. Nachdem wir die Downloads operationalisierten, war der beobachtete Effekt von Filesharing auf Verkäufe statistisch nicht von Null unterscheidbar. ... Wenn die politischen Implikationen dieses Resultats bedacht werden, ist die Präzision unserer Annahmen zu berücksichtigen. Auf der Basis aller Spezifikationen, die in diesem Paper publiziert sind, können wir selbst auf der Basis unserer ungenauesten Ergebnisse die Hypothese verwerfen, dass Filesharing der Industrie mehr als 24,1 Millionen weniger verkaufte Alben verursacht (3% der Gesamtverkäufe und weniger als ein Drittel der gesamten Verkaufsabnahme in 2002). ... Während Downloads in größerem Umfang stattfinden, hätten die meisten User die Musik nicht gekauft, wenn sie keine Möglichkeit zum Filesharing gehabt hätten."
Die Studienergebnisse dürften - wie schon andere entsprechende Ergebnisse zuvor - bei den Verantwortlichen auf weitgehend taube Ohren stoßen. Oberholzer-Gee und Strumpf als bekennende Musikliebhaber stehen nicht im Verdacht, Ergebnisse zu produzieren, die Musikern schaden. Im Vorwort ihrer Studie danken sie explizit Massive Attack, Sigur Ros und den Mountain Goats für klangliche Unterstützung.
Nachzuhören sind die Ergebnisse der Studie auch im Podcast des Computermagazins des BR.
... Irgendwo hatte ich schon mal von diesem Elektro-Label gelesen, welches dichtmacht und die Schuld zum größten Teil auf die "bösen Raubkopierer" schiebt. Jetzt schreibt auch Gulli darüber. Ein Tonspion-Artikel über die Strategie von Sony und die Tat ...