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12. April 2005

Filesharing-Klagen nun auch in Japan

Musikindustrie gibt sich "sozial verantwortlich"

Mit einer völlig neuen Masche rechtfertigt die Musikindustrie eine neue Welle von Nutzerkriminalisierungen. Angesichts der steigenden Bandbreite, die die ISPs anbieten und der anwachsenden Nutzung dieser Bandbreite zum Filesharing müssten "Unternehmen manchmal sozial verantwortlich handeln, auch wenn es ein Unternehmensnachteil sei". Bei soviel Heuchelei mag einem das Wasser in den Augen stehen, jedenfalls ist dies die Rechtfertigung des IFPI-CEO John Kennedy für den freiwilligen Verhaltenskodex für ISPs, zu denen er die Internetprovider verpflichten will - der unter anderem den Usern verbieten soll, "größere Mengen an Traffic zu verbrauchen.

Parallel zu diesen weltfremden Forderungen kündigt die IFPI weitere Klagen gegen Tauschbörsennutzer nun auch in Japan an - und ignoriert in altbekannter Manier, dass Tauschbörsen mit fallenden CD-Verkaufszahlen nichts zu tun haben.

Die Klagen sollen für die "absehbare Zukunft" fortgesetzt werden - was bedeutet, dass nun auch in Japan die Musikindustrie ihre Kunden zunehmend schlicht als Kriminelle betrachtet. Bei einer solchen Sicht auf die zahlenden Kunden fallende Verkaufszahlen zu beklagen, wäre in jedem Kaufhaus ein Ding der reinen Absurdität, im Fall des Musikvertriebs scheint dies aber (noch) zu funktionieren. Es fragt sich allenfalls, wie lange dieser Zustand anhält.

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