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23. Mai 2006

FDP-Forum soll platt gemacht werden - Meinungsfreiheit in Gefahr?

Die FDP, schreibt Forenmitglied olivere, sei "die letzte der etablierten Parteien, die noch ein offenes Forum für den Bürger betreibt. Fragt sich nur wie lange noch." Die Frage scheint berechtigt, denn, empört sich olivere, "jetzt werden bereits Äußerungen von ganz normalen Bürgern wie Politiker-Statements behandelt. Bescheuerter gehts nicht mehr."

Kommentiert hatten am Wochenende die "ganz normalen Bürger" den Überfall auf Giyasettin Sayan, einen Politiker der Linkspartei.PDS, mit Worten, die der Berliner FDP-Landeschef Markus Löning im Tagesspiegel als eine "Verhöhnung durch herz- und hirnlose Idioten" charakterisiert. Sie gingen etwa so: "Aber auch wenn sich Türken und Kurden gegenseitig an die Gurgel gehen, ist es nicht schade drum."

Und da das FDP-Forum werktäglich ab 17:00 Uhr und an Wochenenden nicht administrativ betreut wurde, blieben diese und ähnliche Wortmeldungen "ganz normaler Bürger" lange Zeit unbeanstandet, was dem Image der Partei wohl nur in Kreisen zuträglich war, mit denen sie nichts zu tun haben will. Spät - aber immerhin - wurde also gelöscht, was zu löschen war.

Das freilich können einerseits die "ganz normalen Bürger" offenbar überhaupt nicht verstehen, die doch ihrerseits nur mißverstanden wurden, wie olivere weiß: "Hier wurde nicht gehetzt und genau genommen auch niemand verhöhnt. Dafür aber umsomehr aus dem Zusammenhang gerissen und sich künstlich aufgeregt über ein paar satirisch schwarzhumoristische Einlagen einiger Teilnehmer."

Und andererseits scheint die FDP nicht ganz begreifen zu können, daß tatsächlich nicht die Existenz ihres Forums das Problem darstellt, sondern die mangelnde Aufsicht: "Ein FDP-Mann sagte, er habe stets von der Einrichtung der Foren, in denen Besucher ihre Meinungen äußern können, gewarnt", heißt es vielsagend im Tagesspiegel.

Damit scheint vorgezeichnet, wie die FDP das Problem lösen wird - die durch den Heise Verlag in die Welt gesetzte Interpretation eines Hamburger Urteilsspruchs hat schließlich auch schon sehr überzeugend auf die Verantwortlichen der Linkspartei.PDS gewirkt, die ganz ohne konkreten Anlaß ihr Diskussions-Forum Ende des vergangenen Jahres abschalteten.

Der "ganz normale Bürger" und FDP-Foren-User hat freilich auch für diesen Fall die Erklärung schon parat: "Der Rachefeldzug des Herrn Hans B. (eng verbunden mit der Internet-Präsenz synagoge-reinickendorf.de) gegen die FDP scheint sich fortzusetzen." Hans B. ist der jüdische Held einer Geschichte, die FDP-Mitglied Udo Hagemann erzählt. Ihr Titel: Erfahrungen eines deutschen Juden in der FDP.

  • Die FDP, schreibt Forenmitglied olivere, sei "die letzte der etablierten Parteien, die noch ein offenes Forum für den Bürger betreibt. Fragt sich nur wie lange noch." Die Frage scheint berechtigt, denn, empört sich olivere, "jetzt werden bereits Äußerungen von ganz normalen Bürgern wie Politiker-Statements behandelt. Bescheuerter gehts nicht mehr." Kommentiert hatten am Wochenende die "ganz normalen Bürger" den ...

    gullinews am 23.05.2006 11:35
  • Im Forum der APPD kann man noch seine Meinung vertreten.... Ansonsten weissich nit wassich groß zum Artikel sagen soll ausser: Lasst die Nasen doch schreiben was se wollen

    APPDLer am 23.05.2006 20:38
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