"Viodentia", so der Nickname des Hackers, der Microsofts DRM für Windows Media 10 und 11 geknackt hat, wird von Microsoft verklagt. Der Grund: Codeklau. Microsoft geht davon aus, dass der Angriff auf den Kopierschutz nur möglich war, weil Viodentia sich unberechtigterweise Sourcecode von Microsoft beschafft haben soll.
FairUse4WM entfernt den Kopierschutz von Windows Media-Files. Dieser wird beispielsweise beim Abodienst von Napster eingesetzt. Die Folge: Songs, die nur während der Laufzeit des Abos anhörbar sein sollen, können aus dem DRM-Gefängnis befreit und auch nach Kündigung bei Napster weiter angehört werden. Microsoft geht davon aus, dass dafür Zugang zum Sourcecode notwendig gewesen sein muss.
"Unser geistiges Eigentum wurde gestohlen und dazu verwendet, dieses Tool zu erstellen. Sie [die Hacker] hatten offensichtlich Vorsprung vor allen anderen, die ein Umgehungstool von Grund auf entwickeln müßten."
So Microsoft-Anwalt Bonnie MacNaughton. Microsoft reichte letzten Freitag in Seattle Strafanzeige gegen Unbekannt ein.
Ob diese Erfolg haben wird, bleibt zweifelhaft. Viodentia meldete sich inzwischen bei Engadget zu Wort und stellte fest, er könne aufgrund seines Wohnorts kein Napster-Abo nutzen - damit fallen die USA als Wohnsitz schon einmal flach. Auch habe er - unter erheblichem Zeitaufwand, er spricht von mehreren Monaten Arbeit - die notwendigen Informationen für den DRM-Hack durch ungesicherte Kernel-Aufrufe sammeln können.
"FairUSe4WM ist mein eigenes Werk und hat nie Microsoft Sourcecode verwendet,", so Viodentia auch in anderen öffentlichen Foren.
Viodentia geht davon aus, das beim aktuellen Stand der Technik das Hase- und Igel-Spiel zwischen ihm und Microsoft weiter gespielt werden kann. Patches von Microsoft werde er wiederum umgehen können, keine der beiden Seiten hätte eine unschlagbare Option in der Hinterhand. Interessant zu guter Letzt sein Statement zum Eindruck, den FairUse4WM hinterlassen hat:
"Ich denke, FairUse4WM ist gut füpr die Industrie - es zeigt, dass die Welt nicht untergeht, nur weil kein wirksamer Contentschutz existiert. Ich zweifle daran, dass Abodienste betroffen sind - Programme, die die analoge Lücke ausnutzen, sind schon weit verbreitet. Der Wert eines Abodienstes liegt im kontinuierlichen Zugriff auf neue Titel, was auf keine Weise vom Schutz abhängig ist. Ich frage mich, ob irgendein Abodienst öffentlich zugeben würde, dass fairUse4WM positive Wirkung für sie hatte."
Zitat: Zitat von ludwighagen jegliche Berichterstattung darüber ja in Kürze verboten. Hast du Quellen dafür?
Zitat: Zitat von ferret Hast du Quellen dafür? Würde mich auch interessieren. Aber ist es nicht bereits so, dass z.B. Computermagazine nicht mehr über Tools berichten dürfen, die einen Kopierschutz aushebeln?
Er meint bestimmt das hier.
Zitat: Zitat von Azrael667 Er meint bestimmt das hier. Zitat: Verboten werden sollen sogenannte 'Hackertools' und damit zugleich die öffentliche Diskussion von Sicherheitslücken. Tatsächlich. Danke für deine Mühe. Wir werden sehen...