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01. Juni 2008

Facebook Zu geringer Datenschutz

Eine Gruppe kanadischer Datenschützer findet absolut keinen Gefallen an den Datenschutzbestimmungen der zweitgrößten Social-Network Plattform. Die CIPPIC (Canadian Internet Policy and Public Interest Clinic) ist die treibende Kraft hinter dem Beschwerdeschreiben an den zuständigen Abgeordneten. Satte 22 Verstöße hinsichtlich der Privatsphäre wurden ausfindig gemacht. Das macht Facebook zu einem "Mienenfeld" in Sachen Datenschutz.

Die Grundsätze und Praktiken, die bei Facebook zum Tragen kommen, wurden von einer Gruppe Jurastudenten aus Kanada etwas genauer betrachtet. Nach der umfassenden Ermittlung und Auswertung über das Wintersemester wurden nun die Ergebnisse veröffentlicht. Diese können sich sehen lassen, denn laut kanadischem Recht ist ein Großteil der beanstandeten Punkte rechtswidrig, diese verstoßen gegen den Datenschutz. Alles in allem verfügt die Liste über 22 Anhaltspunkte.

Dabei sind einige eher harmlos, andere hingegen sorgen bei Datenschützern für große Bedenken. Ein eher harmloses Beispiel, welches auf der CIPPIC-Liste gelandet ist: Jeder Nutzer kann die Kommentare (Wallposts) der anderen einsehen. Hierbei handelt es sich natürlich um einen Grundbaustein eines sozialen Netzwerkes. Es werden immer Nachrichten ausgetauscht und häufig sind diese für andere Nutzer lesbar. Für viele spielt diese Tatsache keine übergeordnete Rolle, betrachtet man es jedoch aus juristischer Sicht, so handelt es sich hierbei um einen Rechtsverstoß. Weitaus bedenklicher wird es, wenn ein Benutzer seine Mitgliedschaft, inklusive all seiner Daten, beenden möchte. Diese Funktionen bietet Facebook nicht ohne weiteres. Bislang gibt es nur die Möglichkeit seinen Zugang auf Eis zu legen, also für eine bestimmte Zeit zu deaktivieren. Für den Fall man entscheidet sich um, kann man ihn dann im Handumdrehen wieder aktivieren. Die CIPPIC bringt noch einige weitere Beispiele. Unter anderem fragen sie sich, wieso jede Facebook-Applikation (third party) Zugriff auf die konkreten Nutzerdaten benötigt. Dazu gehört auch die Angabe des Geburtsdatums, obwohl es für Facebook keine Einschränkungen hinsichtlich des Alters gibt.

Eine weitere unerklärliche Sache ist es, warum bei Facebook alle Daten als Standardeinstellung öffentlich gezeigt werden. Der Nutzer muss erst einige Änderungen vornehmen, um diese zu verbergen. Natürliche wäre kein Beschwerdeschreiben als vollständig anzusehen, hätte man die Werbestrategie in Zusammenarbeit mit Beacon nicht erwähnt. Lisa Feinberg war an der Studie beteiligt, ihre Meinung dazu: "Facebook gibt sich als soziales Hilfsmittel aus, aber steckt zugleich ganz tief in der Werbebranche drin. Dabei geht es vor allen Dingen um gezieltes Werben. Jeder, der eine Anmeldung bei Facebook tätigt, sollte sich bewusst sein, dass er sich auch anmeldet, um Informationen bezüglich des Kaufverhaltens zu tauschen."

Man kann Facebook vieles nachsagen, mangelnden Erfolg jedoch keinesfalls. Seit der Gründung im Jahre 2004 hat die Plattform über 70 Millionen aktive Nutzer weltweit für sich gewonnen. Sieben Millionen alleine in Kanada. Facebook ist momentan nach Myspace die zweitgrößte Social- Networking Seite im Web.

(via news.yahoo.com, thx)Facebook

  • 6 Kommentare zum Artikel
  • Natürlich werden die alten Daten auch nach Änderung gespeichert. Am besten sofort einfach mit falschen Daten anmelden.

    Lysheana am 01.06.2008 13:14
  • naja, was die werbung angeht finde ich das nicht sonderlich wild, denn die kann man ignorieren wenn man ein solches netzwerk nutzt.... und immerhin ist facebook nicht so überladen wie myspace.... was die daten angeht: interessen und so habe ich wahrheitsgemäß angegeben, schließlich sind diese daten wichtig für ein social network, name, adressen und andere wichtige personendaten sind alle falsch..... zwar können so leute, die meinen namen ...

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