Die Hacker übernahmen zahlreiche Facebook-Gruppen und tauschten deren Namen und Logo aus. Beide wurden durch den Slogan "Control your info", der darauf aufmerksam machen soll, dass man aufpassen soll, was mit seinen persönlichen Daten geschieht, ersetzt. So soll anscheinend auf Datenschutz-Probleme wie Facebook ebenso wie auf die generelle Problematik hingewiesen werden.
In eine ähnliche Richtung geht die Änderung der Gruppenbeschreibung. Diese wurde in einen Aufruf geändert, der zum "zurückhaltenderen Umgang mit persönlichen und privaten Daten" mahnt. Dort heißt es unter anderem: "Wir haben deine Gruppe gehackt und kontrollieren nun einen Teil der Informationen, die über dich bei Facebook veröffentlicht werden". Durch den Zugriff auf die Gruppe sei es nun möglich, nach Belieben Unwahrheiten zu verbreiten und den Ruf von Personen zu schädigen. "Wenn wir wollten, könnten wir den Gruppennamen nun einfach in 'Ich unterstütze die Rechte von Pädophilen' umbenennen", schreiben die Hacker.
Daneben findet sich auch ein Hinweis auf die Website des ungewöhnlichen Projekts. Dort heißt es, soziale Medien seien "für viele Leute ein natürlicher Teil des täglichen Lebens" geworden. Die Sicherheit sei bei der Nutzung dieser Dienste aber vernachlässigt worden. Man wolle erreichen, dass Sicherheit bei Online-Aktivitäten ebenso ernst genommen würde wie offline. Ansonsten finden sich auf der Website Tipps zur Wahrung von Sicherheit und Privatsphäre im Internet.
Auf der Website ist zudem eine detaillierte Beschreibung des Vorgehens auf Facebook und der dortigen Sicherheitsprobleme zu finden. Außerdem verweist man auf die "Fan Page" bei dem Sozialen Netzwerk. Diese sei allerdings, so ein Update, von den Betreibern mittlerweile gelöscht worden.
Die Verantwortlichen betonen, was sie getan hätten, sei kein "Hacking" im klassischen Sinne gewesen. Aus der Seite geht zudem deutlich hervor, dass die Absichten der Gruppe keineswegs zerstörerischer Natur sind. Vielmehr will man durch die Aktion auf soziale und politische Probleme aufmerksam machen. Manch einer würde das Wort "Hacktivism" vielleicht gar nicht so unangemessen finden. Wie Facebook weiterhin auf diese Kampagne reagieren wird, steht noch in den Sternen. Eins aber ist sicher: Das Ziel, Aufmerksamkeit für den Datenschutz zu gewinnen, wurde erreicht.
(via onlinekosten.de, thx!)
Update:
Nach Angaben des IT-News-Portals The Register gibt es mittlerweile eine Stellungnahme von Facebook zu der Aktion. Darin wird diese als "Stunt" bezeichnet und ihre Bedeutung als eher gering dargestellt. Es seien keine privaten Daten in Gefahr gewesen und die Aktion habe lediglich kleine und inaktive Gruppen betroffen, so die Facebook-Verantwortlichen.
| 6 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
SmokeTooMuch am 11.11.2009 17:30:57: |
Paradoxi am 11.11.2009 19:12:01: |
am 12.11.2009 09:56:09: |
Suche
Verwandte NewsCyberbullying UK: Erste Haftstrafe für Jugendliche
Facebook-User: Klage wegen Verletzung des Datenschutzes
Sexualstraftäter in Illinois: Teilnahmeverbot für Soziale-Netzwerke
Auch Facebook und Google betroffen: Twitter-DDoS zielte auf nur ein Profil
Facebook-Eintrag: Polizei stürmt Grillparty