gulli: Exetel: Australischer Provider löscht alle Multimediafiles über Nacht
28. Juni 2007

Exetel Australischer Provider löscht alle Multimediafiles über Nacht

Kunden des australischen Providers und Webhosters Exetel aus Sydney sollten sich nicht weiter wundern, wenn über Nacht erneut ihre Daten verloren gehen. Man sieht sich seit April 2005 dazu gezwungen, den Inhalt der Verzeichnisse vom Webspace ihrer Kunden auf jegliche Multimedia-Dateien zu untersuchen. In den FAQ gibt man an, über Nacht würde ein Skript laufen, welches jegliche Files löscht, die eine Endung wie mp3, mpg, mpeg, avi, wma etc. haben und damit auf Mediendaten hinweisen.

Die Kunden ohne eine Sicherheitskopie haben das Nachsehen. Solche Kunden, die von diesem Prozedere ausgenommen werden möchten, müssen im Vorfeld eine E-Mail an den ISP schreiben und zustimmen, dass ihnen ihre Files selbst gehören oder sie über das Einverständnis des Besitzers der Rechte verfügen und nicht wünschen, dass ihr Material auch gelöscht wird. Ansonsten wird jede Nacht nach dem Gießkannenprinzip grundsätzlich alles von den Platten des Anbieters gefegt, was eventuell illegal sein könnte. Darunter auch private Urlaubsfilme, online gekaufte MP3s oder Musikdateien, die unter Verwendung der Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurden. Seit der Einführung des eigenen ADSL Services sieht man sich dazu gezwungen, das Recht am geistigen Eigentum Dritter über die Privatsphäre der eigenen Benutzer zu stellen.

Der Internet-Provider als Überwacher, Korrektor und Richter in einer Person. In wenigen Fällen wurden ganze Verzeichnisse mit Bootlegs blockiert und die entsprechenden Personen sogar bei der entsprechenden Staatsanwaltschaft angezeigt.

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