Euroweb: Mündliche Verhandlung angesetzt

gullinews am Montag, 03.04.2006 18:43 Uhr

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Im Verfahren gegen einen gulli:board - User ist für kommenden Mittwoch eine mündliche Verhandlung angesetzt worden. Die Euroweb Internet GmbH fordert eine Unterlassenserklärung, in der sich der User verpflichtet, keine Erfahrungsberichte von Euroweb-Kunden mehr per Email weiterzugeben. Streitwert: 250.000 Euro.

Die erste Rate für die Erstellung einer Webseite ist fällig, die zweite Jahresrechnung wird ebenfalls kommen: Um die 2000 und bald nochmals 1700 Euro berechnet die Euroweb für die erbrachten Leistungen, die Zahlung wird gerichtlich eingefordert. Ebenso die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung. in der sich der User verpflichtet, keinen der Erfahrungsberichte mehr zu versenden. Diese, so zumindest die Anwaltskanzlei der Euroweb, habe er zum großen Teil selber verfasst und wolle nur den Eindruck erwecken, sie stammen von Dritten.

Für jede dennoch verschickte Mail würde eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.001 Euro fällig.

Damit sind nach Euroweb die entstehenden Schäden durch privat verschickte Emails nochmals eine Größenordnung höher als jene, die durch öffentliche Kritik in einem Board mit mehr als 100.000 Usern entstehen. Auch gegen das gulli:board ging die Euroweb Internet GmbH vor und setzte die großflächige Zensur eines Diskussionsthreads zu Vertriebsmethoden und Leistungen der Internet-Dienstleister durch. Angesetzter Streitwert im Fall gulli:board: 70.000 Euro.

"Unwahrheiten" und "Verleumdungen" wolle man unterbinden, so im Schreiben der Kanzlei. Ein teurer Maulkorb mit hoffentlich abschreckender Wirkung auf andere verärgerte Kunden soll verhängt werden, so eine andere Interpretation des Vorgehens der Euroweb.

Denn das anstehende Verfahren könnte dem betroffenen Unternehmen leicht das Genick brechen. Anwaltsgebühren richten sich nach dem Streitwert, und die von der Euroweb angesetzten 250.000 Euro führen zu entsprechend hohen Kosten. 17.000 Euro läppern sich alleine an möglichen Anwalts- und Gerichtskosten zusammen, hinzu kommen die fälligen Rechnungen an die Euroweb Internet GmbH.

"Wir bringen den Mittelstand ins Internet" - der Slogan der Euroweb. Und unzufriedene Kunden in die Pleite, wenn es denn sein muss? - fragt man sich, wenn man die Schadenswerte ansieht, die durch simple Emails dem Unternehmen angeblich entstehen sollen.

Immerhin: die mündliche Verhandlung ist angesetzt, und ein Richter wird den Fall nun auch aus der Perspektive des "säumigen Schuldners" betrachten können.

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29 Reaktionen aus dem gulli:Board

MoshPit am 18.04.2006 21:51:24:
'nabendz, Vielleicht sollte man mal Pro7 Bizz drauf aufmerksam machen... die haben bestimmt noch ein "Faß ohne Boden" übrig... - vielleicht würde sich sogar "Frontal" (ZDF) so eine Berichterstattung in Betracht ziehen... greets, MoshPit...

Jardie am 19.04.2006 00:11:49:
Nach dem Lesen des Heise-Beitrags mit dem So sei der Thread auf Gulli.com in den ersten Suchergebnissen von Google aufgetaucht. Es sei ein "immenser Imageschaden" enstanden. habe ich bei google einfach mal nach Euroweb [URL="ht...

Fabbs3k am 19.04.2006 00:51:48:
Geilomat. Euroweb vs. Rest der Welt Sogar Google zieht den Schwanz ein. Bill Gates kann sich warm anziehn....

 

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