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23. Oktober 2008
EU Öffentliche Ausschreibungen bevorzugen proprietäre SoftwareEinem aktuellen Bericht der EU-Stelle IDABC zufolge seien zahlreiche öffentliche Ausschreibungen für Softwareausstattung in Europa gesetzeswidrig, da sie proprietäre Anwendungen bevorzugen. Geht es nach der IDABC, sollten die ausschreibenden Behörden dafür juristisch belangt werden. Die Abteilung IDABC der Europäischen Kommission ist zuständig für die Beschaffung von Software für den Behördeneinsatz in Europa. Im Auftrag der Behörde hat die Partnerorganisation UNU-Merit ein Dokument zu Beschaffungsrichtlinien für Software erstellt. Bei den Vorarbeiten zu der Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass die Voreingenommenheit bei Behördenausschreibungen zugunsten proprietärer Software sehr weit verbreitet ist. Wenn Organisationen eine größere Anzahl von Lizenzen oder Softwarepaketen ausschreiben, würde dieses Verhalten noch offensichtlicher. Ghosh und seine Kollegen haben hierfür mehr als ausreichend Beispiele gefunden: Von insgesamt 3.615 Softwareausschreibungen zwischen Januar und August 2008 verlangten 36 Prozent explizit Microsoftsoftware, 20 Prozent forderten Oracle, 12 Prozent erwähnten IBM-Applikationen, 11 Prozent wollten SAP-Anwendungen und 10 Prozent Adobe. Ghosh bringt dazu einen passenden Vergleich: "Es ist, als ob man den neuesten Volkswagen anfordert und dann davon ausgeht, dass jeder den verkaufen kann. Wir wissen aber alle, dass nur Volkswagen-Händler dies können." Karel de Vriendt, seines Zeichens Leiter der Opensource-Abteilung der IDABC, abgekürzt OSOR, fordert währenddessen: "Gegen diese Ausschreibungen sollte protestiert werden." Weiterhin fordert er, dass die Verantwortlichen nötigenfalls auch gerichtlich belangt werden sollten. Die Autoren des Dokuments wollen vor allem zeigen, wie öffentliche Verwaltungen die Diskriminierung gegen Opensource beenden könnten und listen detailliert die besonderen Charakteristika von Opensource auf. Nach den Autoren gehören zu den Besonderheiten, dass die Software ohne Einschränkungen genutzt und verteilt werden darf. Für Ghosh steht fest, dass diese Informationen dringend nötig seien: "Viele Leute glauben es gäbe mittlerweile gleiche Wettbewerbsvoraussetzungen, und dass Maßnahmen zur Förderung von Opensource nicht länger nötig wären. Tatsächlich ist die Voreingenommenheit zugunsten proprietärer Anwendungen weit verbreitet." Erste Auszüge der Studie "Osor Guidelines Public Procurement and Opensourcesoftware" wurden am Montag auf einer Opensource-Veranstaltung in Malaga vorgestellt. Im Lauf dieser Woche soll das vollständige Dokument auf der Webseite von OSOR veröffentlicht werden. (_Benny_) (via OSOR, thx!) Verwandte News
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Aber für den Ausschreiber stellt es auch ein erhebliches Hindernis dar, wenn er zusätzlich zur neuen Software auch noch die bisherige Infrastruktur umstellen muss. Wenn er also - um bei dem Beispiel mit den Autos zu bleiben - seine Firmenflotte mit Motor-Interfaces ausstatten will, soll er durchaus sagen können, dass er nur Angebote für VW-Motoren annimmt, weil er es sich nicht leisten kann, zu den möglicherweise billigeren BMW-Interfaces ... Bewa am 24.10.2008 13:06
Hier wurden klare Zahlen genannt. Microsoft-Produkt: Fast alle MS Produkte sind durch andere Software zu ersetzen. Orakel: Es gibt noch andere Anbieter von Datenbanken, die alle durch SQL zu 100% kompatibel sind. Wir reden hier von der öffentlichen VERWALTUNG. Der Hauptgrund ist nämlich, die Mitarbeiter auf andere Produkte "umzuschulen", weil es in der öffentlichen Verwaltung schon damals schwer war ne EDV einzurichten ... Ich habe ... Dieselmeister am 24.10.2008 14:48
Es ist doch eigentlich nur logisch OpenSource-Software zu benutzen in Unternehmen (und eigentlich generell). 1. Man hat den Quellcode und kann jemanden beschäftigen der diesen ggf. anpasst an eigene Bedürfnisse. Wenn man etwas eigenes entwickelt kann man es veröffentlichen und andere Leute werden es warten und perfektionieren (ganz wichtig meiner Meinung nach - Durch weite Verbreitung wird das Bedürfniss nach "guten Standards" größer und das ... Benny der Hund am 24.10.2008 19:36
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