|
13. November 2006
EMI vs. Mashup-Alben Schäden? Welche Schäden?Verliert jemand das Interesse an der Originalversion eines Beatles-Songs, weil er einen Remix mit den Schlümpfen gehört hat? Die EMI war dieser Ansicht und ging gegen den Mashup-Künstler Clayton Counts vor: Schadenersatz in Millionenhöhe werde eingefordert, wenn das Album nicht sofort von seiner Webseite verschwinde. Wie passt das aber zum Statement des EMI-Vizevorsitzenden Eric Munns, es gehe dabei gar nicht um tatsächliche Schäden? Denn dies war der Kern seiner Antwort in einer Podiumsdiskussion auf der Web 2.0-Konferenz in Los Angeles. Nicht Counts' Remix, sondern das nicht minder populäre "Gray Album", in dem DJ Danger Mouse Tracks des "Black Album" von Jay-Z mit Samples des legendären "White Album" der Beatles remixte, war Anlaß der Frage, was denn nun genau die Schäden seien, die durch die Mashups enstünden. Munns' Antwort: "Es ist keine Frage der Schäden, es ist eine Frage der Rechte." Die logische Schlussfolgerung: Es geht nicht um entgangene Gewinne, es geht schlicht darum, eine Kunstform zu unterdrücken, mit der man selbst nicht direkt Geld machen kann. Glücklicherweise mit zweifelhaftem Erfolg. Denn die Mashups erscheinen nach wie vor, die verfolgten Remix-Alben wurden durch die Drohungen der Label nur noch populärer. Warners Vorgehen gegen das Remix-Mashup "American Edit" führte so zum "Dean Gray Tuesday", eine Remineszenz an den "Grey Tuesday", an dem massenhaft das Danger Mouse-Album, verbreitet wurde. Beide Alben wurden in der Folge populär - und mit ihnen die Originale. Um deren angeblich schlechtere - oder vermutlich bessere - Verkaufszahlen angesichts der Mashup-Alben es zumindest laut EMI nicht geht. Verwandte News
Trackbacks
|