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21. August 2008
EMI/Virgin Band "30 Seconds to Mars" auf 30 Millionen Dollar verklagtDie Musikindustrie zeigt mal wieder ihr wahres Gesicht. EMI/Virgin Records haben Jared Leto und seine Band "30 Seconds to Mars" auf 30 Millionen Dollar Strafe verklagt, da sie ihr vertraglich zugesichertes drittes Album nicht innerhalb der Vertragslaufzeit abgeliefert haben. Bizarrerweise hat das Label mit den ersten beiden Alben der Band eine Menge Einnahmen und Platinverkäufe gehabt, wovon die Band nichts abbekommen hat. So berichtet jedenfalls Techdirt und so steht es im Forum der Band. Jared Leto, der im Übrigen durch seine Rolle in dem Film "Requiem for a Dream" sehr bekannt geworden ist, äußert sich, dass er und seine Band von den Millionen, die die Plattenverkäufe eingebracht haben, nichts gesehen hat. Das Label würde im Gegenteil immer wieder neue Sachen gefunden haben, die sie für die Band auslegen mussten, sodass die Band der Industrie sogar noch Geld schuldet. "30 Seconds to Mars" sei dem Label noch immer 1,4 Millionen Dollar schuldig. Hier sind möglicherweise auch die Hintergründe dafür zu finden, warum kein drittes Album abgeliefert wurde. Spannend ist ebenfalls, dass nach kalifornischem Recht der Vertrag von Leto und EMI verjährt, beziehungsweise abgelaufen ist. Verträge hätten in dem amerikanischen Bundesstaat nur eine rechtsgültige Dauer von sieben Jahren und das wäre auch den Labels bewusst. Der Vertrag wurde vor neun Jahren abgeschlossen und sei daher nicht mehr rechtsgültig. Doch anstatt die Band gehen zu lassen, kommt als Antwort von EMI/Virgin die Klage mit Forderung in Millionenhöhe. Jared Leto wunderte sich ebenfalls öffentlich, wie eine Plattenfirma es dermaßen verbummeln kann, aus einer kommerziell erfolgreichen Platte, die immerhin Platin bekommen hat, keinen Profit zu ziehen. Auch einige der Videoproduktionen, bei denen der Bandleader zum Teil auch Regie geführt hat, wurden preisgekrönt. Jared: "Sollte eine Plattenfirma nicht in der Lage sein, daraus Profit zu schlagen? Oder zumindest die Kosten zu decken?" Die Band betrachtet die Forderung als lächerlich und sie sehen sich auch nicht in der Pflicht, das dritte Album an EMI/Virgin abzuliefern. Dennoch würde man derzeit an dem dritten Album arbeiten, dass sie dann vermutlich selbst oder auf einem anderen Label veröffentlichen werden. Wenn man nun darüber nachdenkt, in welcher Art und Weise eine erstklassige und kommerziell erfolgreiche Band von der Musikindustrie über den Tisch gezogen wird, sollte man nochmals genauer darüber nachdenken, für welchen Verein die RIAA steht, beziehungsweise wofür diese massive Lobbyarbeit betrieben wird. Angesichts eines solchen Vorfalls wird es extrem schwierig dran zu glauben, dass Filesharing Schuld an der Misere der Musikindustrie sein soll. Denn wenn die böse Piraterie daran schuld sein soll, dass Verkaufszahlen zurückgehen, so ist es ein Armutszeugnis zu sehen, dass die Künstler selbst von legalen Verkäufen am Ende gar kein Geld sehen, sondern im Gegenteil noch mit Forderungen in Millionenhöhe überzogen werden. Dennoch heißt es immer und immer wieder, dass Maßnahmen gegen Filesharing in erster Linie dem Schutz der Künstler dienen sollen. (020200) Verwandte News
Trackbacks
Nach solchen Schlagzeilen reissen sich sicher die Musiker um einen Vertrag mit dem Label. So ein Angebot: "Du arbeitest für mich und darfst dafür zahlen!" gibts ja nicht immer. Da hat sich wohl jemand ins Knie geschossen... Surrender am 22.08.2008 10:59
Richtig mieß.. Da heißt es, dass man den Künstler unterstützen soll und dann unterstützt man eigentlich alte Männer, die schon mehr als genug Geld haben .. Bei so Beiträgen bekommt man echt Lust, einfach alles aus dem Internet zu saugen, was mit dem Label zu tun hat.. Einfach Krank sowas .. HighShape am 22.08.2008 11:37
Zitat: Zitat von IHateBoardReg Und wenn mir jetzt einer mit: "aber die müssen doch auch von was leben" kommt: Klar, hat der SS-Mann in Auschwitz ja auch gesagt: "Ich musste die Juden umbringen, das war schließlich mein Job. Wie hätt ich sonst meine Frau und Kinder ernären sollen?" Hart aber fair (argumentiert) DasFragezeichen am 22.08.2008 11:41
LOL, und wieder mal bestätigt sich meine Haltung, keine CD's zu kaufen. Werd ich damit definitiv auch weiterhin nicht! Bleibe bei den Konzertbesuchen und den Shirts vor Ort. Aber sry, wie dämlich kann ein Betrieb sein? Die WISSEN, dass da gesetzlich nichts zu holen ist (höchstens die 1.4Mio die sie ihnen wohl sowieso schulden, nur dies auch ohne ne klage über 30 mio), und bringen sowas? Naja, viel effizienter kann man sich nicht mehr aus ... musicjunkie am 22.08.2008 13:02
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