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02. August 2007

Elton John Schaltet das Internet ab!

Früher war vieles besser. Und nur unwesentlich länger zurück dürften jene Zeiten liegen, in denen alles einfach nur gut war. Während allerlei Aberglaubensgemeinschaften auf dieses Problem mit der Vorstellung eines paradiesischen Jenseits antworten, will Heilsbringer Elton John, mittlerweile 60 Jahre alt, mehrfacher Millionär und zum Sir geadelt, schon im Diesseits ein wenig Abhilfe schaffen - fünf Jahre lang soll das Internet abgeschaltet werden.

Dem britischen Boulevardblatt The Sun externer Link in neuem Fenster folgtverriet er, daß das Internet, über das er freilich jüngst selbst noch ein Konzert in alle Welt externer Link in neuem Fenster folgtübertragen ließ, für viele üble Erscheinungen im zeitgenössischen Musikschaffen verantwortlich sei: "Das Internet hält die Menschen davon ab, nach draußen zu gehen, sich mit anderen zu treffen, miteinander kreativ zu werden".

Vereinsamt säßen die Bedauernswerten heute allein daheim mit ihrer Technik und machten dort ihre "Musik, die manchmal in Ordnung ist", aber auf längere Sicht kaum die Grundlage für eine Karriere als Künstler bilden könne. "Wir haben uns noch getroffen, über die Dinge geredet, die die Welt verändern, darüber, wie die Menschen unsere Musik wahrnehmen. Mit Leuten, die nur im Internet bloggen, geht das nicht."

Und das wiederum hat verheerende Folgen. "In den frühen 1970ern wurden jede Woche mindestens 10 absolut fantastische Alben veröffentlicht, heute ist es schwer, zehn solcher Alben in einem Jahr zu finden, obwohl mehr veröffentlicht werden als je zuvor." Das mag am Geschmack Elton Johns liegen, denn unbestritten ist andererseits, daß das Internet durchaus einigen jetzt anerkannten Künstlern als Sprungbrett diente. "Es gibt zuviel Technologie", klagt der Sänger lieber.

Die Abschaltung des Internets für fünf Jahre, meint er, würde die Menschen wieder sich miteinander treffen und musizieren lassen, die Qualität ihrer Werke würde steigen. "Die Musik wäre interessanter als sie es heute ist". Wahrscheinlich um einen weiteren Grund für einen längeren Abschuß des Internets zu liefern, will Elton John demnächst ganz konsequent sein gesamtes musikalisches Schaffen digital vermarkten (lassen), was das Medium zweifellos attraktiver machen wird - mit indes schlimmen Folgen.

  • 64 Kommentare zum Artikel
  • 53 Millionen Dollar... - Maul halten.

  • Zitat: Zitat von Otacon  Irgendwie hat er Recht, heutzutage gibts wirklich keine gute Musik mehr . Es gab schon immer gute und schlechte Musik, heute vielleicht mehr von beidem als damals. Regel 1: In der Gegenwart muss man gute Musik immer inmitten von Schrott zusammensuchen. Regel 2: Die Zeit heiligt hier die Mittel, über die Jahrzehnte/Jahrhunderte bleibt nur die gute Musik übrig, der ...

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