MetaMachine will RIAA - Anforderungen erfüllen
Nur noch wenige User verwenden den eDonkey - Client, um ins eDonkey - Netz Overnet zu connecten - längst hat sich eMule als Quasistandard etabliert. In näherer Zukunft könnte der Quasi- zum echten Standard werden - im Nachzug der Cease- and - Desist - Aufforderungen, die die RIAA jüngst an einige kommerzielle P2P - Clienthersteller schickte, verkündete MetaMachine - CEO Sam Yagan heute, dass eDonkey höchstoffiziell das Handtuch wirft. Man wolle den Forderungen der RIAA nachkommen und entsprechend verhindern, dass copyrightgeschütztes Material mit dem eigenen Client getauscht werden kann.
Weil wir uns keinen Prozess leisten können - nicht einmal einen, den wir vielleicht gewinnen könnten - haben wir uns entschlossen, eDonkeys Nutzerbasis in ein "geschlossenes" P2P - Netz umzuwandeln, in dem Onlinecontent vertrieben wird. Ich erwarte ein entsprechendes Abkommen, sobald wir uns mit der RIAA geeinigt haben. Wir hoffen, die RIAA und andere Rechteinhaber sind mit unserer Entscheidung einverstanden und begrüßen unsere Entscheidung, die eDonkey - Community in ein genehmigtes P2P - Netz unzuformen.
Der Donkey wird damit wohl ein kontrolliertes, gefiltertes und vermutlich zumindest teilweise kostenpflichtiges Netz. Yagan macht aus seinen Bedenken jedoch keinen Hehl - nicht nur stellt er deutlich heraus, dass er die jetzigen Maßnahmen für eine bedeutsame Bremse des technischen Fortschritt hält, auch wirtschaftlich sieht er anders als die Musikndustrie durchaus Nachteile, die aus dem jetzigen Prozess entstehen.
Für über zwei Milliarden wolle eBay den wohl heißesten Spieler im P2P - Bereich übernehmen: Skype. Die Skype'sche Internettelefonie basiert auf FastTrack, dem P2P - Protokoll, welches unter anderem KaZaA eingesetzt hat. Yagan geht davon aus, die Skypes der Zukunft würden in Übersee gegründet, und nicht in den USA. Sieben der zehn größten P2P - Unternehmen seien außerhalb der USA angesiedelt - aus gutem Grund, in den USA seien sie eingeschränkt von einer Rechtsprechung, die die Entwicklung massiv behindere.
Entsprechend ließe sich der P2P - Dämon auch durch Klagen in den USA nicht zurück in die Flasche drängen. Statt US-Firmen würden eben andere Firmen die entsprechenden Clients schreiben oder letztere würden gleich im Open-Source - Lager entstehen.
Erstaunliche Statements gab Yagan zu eMule ab, um seine Ansichten zu konkretisieren. Der freie eDonkey - Client, der ein Gutteil zur Popularität der momentan größten Tauschbörse der Welt beigetragen hat, war und ist Yagan offenbar ein Dorn im Auge. Die Namensgebung sei eine Markenrechtsverletzung, da man den eMule mehr als einfach mit dem eDonkey verwechseln könne, der Client nutze unberechtigterweise das von MetaMachine entwickelte Protokoll, und man sei gegen eMule vorgegangen, wie es nur möglich war - indessen sei MetaMachine im Kampf gegen das Maultier gescheitert. Man habe keinen konkrete Ansprechpartner, keine Verantwortlichen des Open - Source - Projekts und entsprechend keine rechtlichen Ansatzpunkte gefunden, an denen man den Kampf gegen eMule hätte anknüpfen können. Dasselbe sagt Yagan indessen für die Unterhaltungsindustrie voraus - wenn MetaMachine nichts gegen den eMule ausrichten konnte, werde es der RIAA ebensowenig gelingen.
Die eDonkey - Seite sieht vorläufig so aus wie immer - die aktuelle 1.4 steht nach wie vor zum Download bereit. Indessen dürfte abzuwarten sein, wann die Software allenfalls noch in kastrierter Form verfügbar sein wird. Aber der eMule läuft ja nach wie vor...