gulli: Drucker: Weiter überhöhte Tintenpreise dank Kryptografie?
28. Juni 2007

Drucker Weiter überhöhte Tintenpreise dank Kryptografie?

Das Unternehmen Cryptography Research Inc. in San Francisco entwickelt eine Technik, mit der das Klonen von Tintenkartuschen für Drucker via Kryptografie erschwert werden soll. Die Tinten- Toner und Druckerindustrie verliere durch unlizensierte Tinten- und Tonerkartuschen über drei Milliarden Dollar im Jahr.

CRI plant, ein Chipdesign zu entwickeln, welches ausschließt, dass Kartuschen von Fremdherstellern mit dem jeweiligen Drucker kommunizieren können. Natürlich können die so "geschützten" Kartuschen - wie es gängige Praxis ist - alternativ auch günstig wiederbefüllt werden, dies ist jedoch ohne Einbußen in der Druckqualität nicht unbegrenzt oft möglich.

Versprochen wird einiges: der Krypto-Chip soll in Standard-Produktionsstätten hergestellt werden können, und selbst wenn 95% seiner Struktur bekannt sei, wäre ein Dechiffrieren der enthaltenen Informationen nicht möglich. Jeder Chip wird weiterhin mit einer einzigartigen Codierung versehen, so dass selbst bei einem erfolgreichen Hackangriff auf das Kryptodesign jede Kartusche einzeln geknackt werden müßte.

Sechzig Milliarden Dollar schwer sei der Markt rund um Drucker und Zubehör, drei Milliarden Verlust mache man wegen nachgeahmter Kartuschen. Drucker selber sind dabei kaum profitabel, im Gegenteil werden sie gelegentlich sogar unter dem Produktionspreis verkauft, um mit den Verbrauchsmaterialien anschließend einen Schnitt zu machen.

In Anbetracht dessen scheint es weniger, dass die Industrie Milliarden durch unlizensierte Nachbauten verliert - eher gewinnt man den Eindruck, dass die Kunden Milliarden an überhöhten Preisen bezahlen, mit denen die Hersteller eine interne Quersubventionierung finanzieren. 46% der Gewinne von HP wurden beispielsweise im Drucksektor erzielt - hauptsächlich über Tinte und Toner. Und so absurd der jetzige Plan der CRI ist: vermutlich läßt er sich hervorragend durch den DMCA bzw. dem Verbot des Umgehens von Sicherheitstechnik schützen.

  • 16 Kommentare zum Artikel
  • Ich meine es geht doch noch einfacher: Alle Druckerhersteller tun sich zusammen und bilden ein lückenloses Protokol. Anschliessend erhöhen sie die Preise von Tinte auf das Niveau von Gold. Damit können sie problemlos pro Jahr zwei Billionen mehr verdienen. Und jeder der auch Tinte verkauft wird als Patentverletzer gevierteilt.

    Crass Spektakel am 29.06.2007 17:00
  • Die Preise sind ja auch ne Frechheit. Man muss mal die Tinte hochrechnen. Ein Liter Channel 5 kostet WENIGER als ein Liter Tinte von HP. Ich gönne HP den Bankrott.

    PaxtonFettel am 01.07.2007 22:45
  • Hat denn noch jemand eine Idee, welche (neueren) Drucker empfehlenswert sind, auch was preisgünstige Nachfüllmöglichkeiten betrifft? Habe zur Zeit noch einen HP deskjet 840C , der eigentlich ganz gut läuft, die Patronen lassen sich auch mit Nachfülltinte befüllen. Weiss zufällig auch jemand, ob das Gerät beim Druck (versteckte) "Wasserzeichen" auf dem Dokument hinterlässt, so daß die Dokumente dem Drucker zuzuordnen sind? Hab ...

    titus_shg am 01.07.2007 23:08
  • Irgentwie fragt man sich wer Verluste macht. Ich würde eher sagen der Kunde. Grund: überhöhte Preise. Ich zahle für eine original-Kartusche ~10,00 € und für eine kompatible schon 7,00 € statt den üblichen 6,00 €. Rechnung: Code: 4 x 10,00 € = 40,00 € 4 x 7,00 € = 28,00 € Differenz: 12,00 € Davon kann man sich fast 2 Patronen holen und die Druckquallität ist normal. Mein Multi RX420 kostete um die 150 € (~ 300 ...

    cuhformation am 02.07.2007 23:44

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