Drogenbeauftragte: Tagung über Computerspielsucht

gullinews am Freitag, 03.07.2009 22:18 Uhr

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Bei der Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung ging es heute vor allem um ein Thema: World of Warcraft.

Normalerweise diskutiert Sabine Bätzing, seit 2005 Drogenbeauftragte der Bundesregierung, über Rauschmittel oder Suchtstoffe. Das Thema der alljährlich stattfindenden Tagung der Drogenbeauftragten drehte sich heute aber vor allem um die Suchtgefährdung von Computerspielen und die Sucht nach dem Internet. In der Kritik stand in erster Linie das Spiel "World of Warcraft". Batzing argumentierte, dass es keinen Zweifel gibt, dass Computerspiele süchtig machen können. Daher könne es nur noch um Zahlen und Fakten gehen, also wie man Kriterien festlegt, und wieviel Prozent der Spieler tatsächlich suchtgefährdet sind.

Der inzwischen allseits bekannte Kriminologe Pfeiffer, welcher schon seit längerer Zeit regelrechte Hetzkampagnen gegen "Killerspiele" betreibt, sprach über Jugendfreigaben - so auch über die Möglichkeit, diese nachträglich nach oben zu korrigieren, sollten sich negative Auswirkungen eines Spieles erst später zeigen. Außerdem forderte er, dass die Spieleindustrie eine Abgabe von 20 Cent pro verkauftem Spiel für Foschungszwecke abführen soll.

Viele Jugendliche würde sich abschotten und über ihr Online-Verhalten ihre Umwelt vernachlässigen - was vielen schon ein erstes Anzeichen für eine Sucht sein soll. Medienpädagoge Martin Geisler dagegen sagte, dass "Virtuelle Welten" inzwischen einige der inzwischen sehr wenigen Räume in unserer Gesellschaft sind, in welchen sie sich auf "männliche Art" entfalten können.

Aus Korea sprach Young Sam Koh, der Leiter einer Suchtstelle in Südkorea. Er sagte, in Südkorea hätte das Problem der Spiel- und Onlinesucht besorgniserregende Ausmaße angenommen. Abhängig wären viele vor allem von dem Spiel "Lineage 2". Er berichtete von Selbstmordfällen, nachdem Spieler von dem Spiel ausgeschlossen worden sind. Seiner Aussage nach würde die Quote der Online-Spielsüchtigen in Südkorea bei etwa 9 Prozent liegen. (020200) (via Golem, thx!)

(Bild: xmorbidbabex)

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34 Reaktionen aus dem gulli:Board

quasimodo2000 am 06.07.2009 15:27:31:
Die Geltungssucht so mancher Politiker ist auch eine Sucht. Leider gibt es dafür keine nicht-tödliche Heilung....

titus_shg am 06.07.2009 15:52:02:
Ich hoffe nur das unsere Generation das besser machen wird. :T Tja, das haben wir vor 30 bis 40 Jahren auch gehofft.... :mad: Und es ist alles nur viel, viel schlimmer geworden. Die jeweils Regierenden züchten sich ihren Nachwuchs schon so heran, wie sie ihn brauchen, damit...

soricsoon am 06.07.2009 16:00:31:
@Atraxia Wann fängt endlich mal einer an, der Jugend was zu bieten? Da fängt es doch an schwierig zu werden...schwierig für so manchen Politiker der lieber einen Jugendclub schliessen lässt, der lieber eine Schule "platt macht" anstatt mit Vernunft und Weitsicht dafür zu s...

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