gulli: DRM-Verbot in Frankreich auch für Warner
30. Januar 2006

DRM-Verbot in Frankreich auch für Warner

5000 Euro Strafe für Kopierschutz

In der Debatte um die Verschärfung des Copyrights einerseits und die Legalisierung von Filesharing andererseits geriet eine Gerichtsentscheidung in Frankreich ins Hintertreffen: bereits am 10. Januar verfügte ein französisches Gericht, dass die DRM-Software auf dem von Warner veröffentlichten Phil Collins-Album "Testify" nicht rechtmäßig sei. Für Warner wird eine Entschädigung in Höhe von 59,50 Euro für den Klagenden Käufer fällig, zuzüglich einer Strafe von 5000 Euro.

Nach dem Richterspruch ist es Warner nun untersagt, "Digital Rights Management-Software auf der Phil Collins-CD zu verwenden", solange sie verhindert, dass die CD vom Käufer auf jegliches Medium der Wahl kopiert werden kann.

Die Klage wurde von der einflußreichen Verbraucherschutzorganisation "UFC-Que Choisir" unterstützt, die im Fall einer Berufung das Verfahren weiter ausfechten will. Das Urteil wird indessen von vorausgegangenen Entscheidungen gestützt: Im April letzten Jahres befand beispielsweise ein französisches Gericht, dass ein DVD-Kopierschutz illegal sei.

Auch für die umstrittenen Entscheidung des französischen parlaments, Filesharing weitgehend zu legalisieren, stellt das Urteil eine weitere Stütze dar. Die erneute Verhandlung im Parlament wurde nun auf den 8. Februar aufgeschoben, die letzten Kompromissentwürfe sahen pikanterweise auch vor, DRM-Techniken von Onmlinemusikshops wie beispielsweise Apples iTunes zu verbieten, wenn keine Kompatibilität zu den gängigen Playern am Markt gewährleistet sei. Die AAC-Files iTunes' laufen nur auf einer kleinen Anzahl von Playern, die das proprietäre Apple-DRM unterstützen.

  • 7 Kommentare zum Artikel
  • Auch nicht schlecht Schön zu hören . Hoffentlich bekommen die Großen der Branche jetzt endlich mal einen Denkzettel verpasst. *g*

    Kommune 1 am 30.01.2006 16:23
  • ein faires urteil wenn auch nicht wirklich GERECHT. unsereins müsste für jedes gesaugte lied allein schon 5000 hinlegen, und was zahlen die die kohle wie heu haben ?? 59€ !!! aber immerhin is es ein schritt in die richtige richtung

    PhR34x0r am 30.01.2006 18:00
  • Die kleinen zockt man ab und von den Großen erbittet man einen Almosen. Auf Orwell könnte ich ja fast dauernd verweisen, darum lass ich es.

  • die "lieben" franzosen hat's mal wieder auf die strasse getrieben. mittlerweile kann man sagen wie immer mit recht ! (eu-verfassung etc.) soll die musik- und filmindustrie doch endlich ihre faxen sein lassen. drm-m**t und sonstige schikanen sind lächerlich. einmal musik gekauft ist es mein gutes recht diese überall zu hören und mit welchem gerät auch (trommeln und rauchwolken bis mp3-player) na gut für den kläger fällt wenig ab ...

    doornkaat am 31.01.2006 00:45

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