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22. Februar 2006

Donkey-Server Razorback2 closed Update (2)

MPAA: "Bedrohung der Gesellschaft" ausgeschaltet

Update: Laut telefonischer Auskunft eines Werbepartners von Razorback2 war der Betreiber heute um 16 Uhr wieder auf freiem Fuß. Im Zuge der Durchsuchung seiner Wohnung in der Schweiz wurde er gestern vorläufig festgenommen. Der genaue Zeitpunkt seiner Entlassung und andere Details sind noch nicht bekannt.

Die gestern erfolgte Schließung des weltgrößten eDonkey-Servers Razorback2 wird erwartungsgemäß als großer Sieg der Copyrightindustrie gefeiert: wie gewohnt jedoch auf eine Weise, die mehr über die Lächerlichkeit der MPAA und ähnlicher Verbände aussagt denn über den vermeintlichen Schlag gegen die Piraterie.

Nicht etwa einen Knotenpunkt zum Verteilen von Musik und Filmen mit zeitweise 1,3 Millionen gleichzeitiger User habe man geschlossen, sondern eine "Bedrohung der Gesellschaft", tönt die MPAA. Razorback2 sei zum einen klar zum Zwecke des Geldverdienens betrieben worden - über Spendengelder und Werbeeinnahmen, letztere überwiegend generiert durch die Werbung für pornografische Inhalte. Damit habe man mit dem Close nun auch die Verfügbarkeit "anstößigen Materials" im Netz verringern können, so die Pressemitteilung. Aber es kommt noch besser.

"Die Betreiber dieser eDonkey-Seite entschieden sich dafür, keine Kontrolle über die durch die User verteilten Dateien auszuüben, die Kinderpornografie, Anleitungen zum Bombenbau und Trainingsvideos für Terroristen enthielten", so die MPAA in ihrer Presseerklärung. "Razorback2 war nicht nur ein riesiger Index für Internetuser, die illegal Dateien tauschten, sondern auch eine Bedrohung für die Gesellschaft", so MPA-Vize John G. Malcolm, der den schweizerischen und belgischen Ermittlern zu ihren Erfolgen gratulierte. Sämtliche großen ed2k-Server seien nun ausgeschaltet - zunächst die in den USA angesiedelten, nun auch jene in Europa.

mp3 KommunismusMit den abstrusen Statements der MPAA setzt sich die Strategie fort, Filesharing und Kopieren in das Umfeld von Terrorismus und organisiertem Verbrechen zu rücken. Immer wieder wird in den einschlägigen Presseerklärungen angedeutet oder unterstellt, der Filesharer von nebenan würde mehr oder weniger direkt Drogenkartelle, Terroristen und Kinderschänder unterstützen. Oder was der Zeitgeist an dramatischen Feindbildern sonst noch hergibt.

Die Wohnung des Betreibers der Seite in der Schweiz wurde ebenfalls durchsucht, der Betreiber selbst laut MPAA-Angaben verhaftet. Information, die mit Vorsicht zu genießen ist, denn die Illegalität eines eDonkey-Servers in der Schweiz ist nicht geklärt: aus der Schweiz betriebene eDonkey-Seiten sind zwar bereits geclosed worden, eine Entscheidung steht hingegen noch aus.

  • 62 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von TheBeta  Wenn man trotzdem wirklich sicher sein will verschlüsselt man halt einfach seine Platte (.z.b. safeboot oder drivecrypt) und läßt sonst keine cd/dvd unverschlüsselt rumliegen. Man muss sich nicht selber belasten und wenn die dann deine Anlage mitnehmen...was solls? Entschlüsseln könne sie das in den nächsten 10000 Jahren sicher nicht war da nicht erst vor kurzem ...

  • Zitat: Zitat von GordanSh  Gibt es vielleicht jemand hier der sich mit eDonkey Server auskennt, und mal was dazu sagen kann? Warum nehmt ihr nicht Peer Guardian 2 Beta dann ist ruhe...........zumindest könnt ihr dann mal sehen was da so auf eueren Pc.s so im Backround leuft, und ihr es nitt rafft. Geht der Server wider online geht die Poli mit ohne wenn und aber leuts. Dieses gerede von ...

    EselFreaks am 23.03.2006 14:40
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