Seit dem Siegeszug des Web wurde mit umstrittenen Methoden im Netz Geld verdient. Neben Dialern, Handy-Abo und kostenlos scheinenden Gratisdiensten blieb das Domaingeschäft jedoch - jenseits umstrittener Registriertools eines gewissen Webmasters - zumindest in Deutschland unter dem Wahrnehmungsradar. Seit Jahren werden jedoch bereits von zahlreichen Akteuren freiwerdende Domains abgegriffen - in die Hunderttausende gehen die Domain-Portfolios bei manchen Frühstartern. Domport.de mischt nun mit einem Dienst den Markt auf, der minutenschnelle Registrierung freiwerdender .de- und anderer Domains verspricht.
Das Prinzip: ein Dienst prüft mit extrem hoher Frequenz - Sekunden-bis Minutentakt - , ob Domains registriert oder frei sind. Zwar lassen Webmaster Domains durchaus gelegentlich auslaufen, wenn sie keine Verwendung mehr für sie haben, es kommt aber auch zu Pannen auf Providerseite. Während einer Verlängerung einer Domainregistrierung kann es passieren, dass die Domain für einige Minuten als frei geführt wird, bis die weitere Registrierung technisch umgesetzt ist. Wenn in dieser kurzen Frist ein Grabber zuschlägt, ist die Domain - vorerst - weg. Eingeführte Domains mit zahlreichen Besuchern können, entsprechend mit Werbung zugepflastert, so durchaus einigen Umsatz bringen.
Ein Grund mehr, bei KKs und Domainverlängerungen noch mehr Vorsicht walten zu lassen. Die Features von
Domport sind durchaus imposant: ein Echtzeitmonitor in Flash informiert über freigewordene Domainnamen und stellt gleich relevante Daten wie den Google-Pagerank und Zahl der indexierten Seiten zur Verfügung, zur Registrierung reichen zwei Mausklicks. Die Domains seien dabei erst wenige Minuten vorher frei geworden, so das Versprechen von Domport.
Betrachtet man sich den Dienst genauer, stößt man auf einen alten Bekannten: Im Memberbereich wird eine auf Domainrecht spezialisierte Beratung zum Service angeboten - 2 Euro aus dem deutschen Festnetz pro Minute kostet der Anruf beim Rechtsanwalt Syndikus. Wie mitgeteilt wurde, ist die Hotline Syndikus' exklusiv für Domport geschaltet worden.
Wie die technische Umsetzung des Dienstes funktioniert, ist nicht bekannt - in der Regel werden Server, die in hoher Frequenz bei den einschlägigen Diensten wie der DeNIC nach dem Status einer Domain nachfragen, schnell ausgesperrt. Die
Echtzeit-Monitoringfunktion wirkt jedenfalls erstaunlich schnell.
Hinzu gibt der Dienst an, dass er quasi kostenneutral zu nutzen sein soll: Domport arbeitet auf Wunsch ganze Domainlisten ab. Bei Registrierung wird ein Euro fällig, erst danach wird monatlich abgerechnet. Dem "Domaingrabber" sollen so kaum Kosten entstehen, da Domains, die keinen Umsatz bringen,nur monatlich bezahlt werden müssen, aber innerhalb weniger Sekunden wieder gelöscht werden können. Auf Wunsch parkt Domport die Domains auch im Sedo-Portfolio des Kunden, damit die jeweilige Domain schnell mit Werbung gefüllt wird, damit sich die Parkdauer finanziert.
Laufen Domains unabsichtlich aus, ist die schnelle Registrierung jedoch durchaus auch ein Risiko für den Neueigentümer - sind entsprechende Marken- oder Namensrechte gesichert, ist häufig fraglich, ob der neue Besitzer lange Freude an seiner Neuerwerbung hat. Ärger und juristische Auseinandersetzungen werden daher vermutlich vorprogrammiert sein.
Denn in den seltensten Fällen wird bei einer entsprechenden Domainregistrierung eine einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten ausgehandelt werden, wie es gelegentlich auch vorkommt. Ob es dafür unbedingt eine juristische Lösung, womöglich hinterfüttert mit einer Reihe kostspieliger Präzedenzfälle braucht? Schon Anfang 2006 sprach sich der Webmaster von justmac.de dagegen aus, obgleich seine Domain im Vorfeld von den
"Domain-Engeln" registriert und erst
nach einigen Verhandlungen wieder zurücktransferiert wurde:
"Bei .com/.net/.org Domains zum Beispiel gehen alle gelöschten Domains für 30 Tage in die sogenannte REDEMPTION Period. Das bedeutet, die Domains sind 30 Tage lang nach der Löschung noch blockiert und können erst nach Ablauf dieser Frist wieder neu registriert werden. So etwas würde ich mir auch für .de Domains wünschen."
Vielleicht trägt ein Dienst wie Domport.de dazu bei, dass die DeNIC hier über ihren Schatten springt. Funktioniert er wie versprochen, wäre das schnelle Domainabgreifen für Jedermann auch ohne tausende "Hilfsrechner" oder Botnetze möglich. Eine eher beunruhigende Vorstellung.
Zitat: Zitat von Infobroker Lies mal den Aufruf bei fastix nach. 1und1 ist DENIC-Genossenschaftsmitglied, an SEDO und weiteren Firmen beteiligt. Es gibt allerhand Gerüchte darüber was nach Kündigungen bei 1und1 passiert... die Gerüchte und dass sich ausgerechnet 1und1 in der Genossenschaft gegen diese Sperrfrist gewendet haben soll ergeben einen Sinn. Infobroker Na Jörgie? Neuer Nik neues ...
Kann ich nur bestätigen, dass so vorgegangen wird. Eine Domain, welche ich allerdings habe bewusst auslaufen lassen, ist jetzt auch von diesem Verein registriert. Ich frage mich wirklich was die mit dieser Domain wollen, denn fast keine Hits, kein Content drauf gewesen. Gruß, freggeln