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24. Juli 2008
Domain Name System Erste Exploits aufgetauchtNicht jeder Internetnutzer mag vom Domain Name System (DNS) gehört haben, genutzt hat es zweifelsohne aber jeder. DNS dient der Namensauflösung im Internet. Ohne diesen Dienst wäre es nicht möglich Adressen (wie gulli.com) in zugehörige IP-Adressen (81.95.6.68) aufzulösen. Seit ungefähr zwei Wochen ist für diesen Dienst eine kritische Sicherheitslücke bekannt. Entgegen aller Geheimhaltung gerieten erste Details über die Schwachstelle in die freie Wildbahn. Bisher sind zwei Exploits auf der Bildfläche aufgetaucht, mit denen es möglich sein soll, Internetdomains umzuleiten und vertrauliche Daten abzufangen. Auf mehreren einschlägig bekannten Webseiten wurde das Exploit zur zugehörigen Schwachstelle veröffentlicht. Auch in der Exploitsammlung Metasploit wurde der nötige Code bereits eingepflegt. Im schlimmsten Fall und sollte der versuchte Angriff auf einen DNS-Server glücken, wäre es möglich DNS-Einträge zu manipulieren. Somit könnte ein Angreifer Domains auf Seiten seiner Wahl umleiten oder E-Mails und weitere sensible Inhalte für seine Zwecke abfangen.Getauft wurde die Sicherheitslücke auf den treffenden Namen "Cache Poisoning" (Zwischenspeicher-Vergiftung). Vor mehr als einem Monat war der deutsche Security-Experte Halvar Flake dem Fehler bereits dicht auf den Fersen. Aufgrund der enormen Risiken und aus Furcht vor den möglichen Schäden erwuchs daraus eine internationale Zusammenarbeit. Mit dem einen Ziel, die Lücke zu finden und so schnell wie möglich einen Patch bereitzustellen. Letztlich konnten zwei Japaner die Schwachstelle aufdecken. Zum persönlichen Vorteil kann sich ein Angreifer auf folgendem Wege dienlich machen. Nach einem erfolgreichen "exploiten" eines anfälligen DNS-Server kann er die gespeicherten Einträge (Records) verändern. Beispielsweise könnte er "www.gulli.com/news" auf "www.i-am-a-dns-hacker.de" umleiten. Für den User selbst bleibt der Vorgang mehr oder weniger unersichtlich, da weiterhin "www.gulli.com/news" in der Adresszeile des Browsers zu sehen ist. Sollte die unerwünschte Weiterleitung gelingen, stehen dem Angreifer dutzende Möglichkeiten für eine Attacke auf das System des Nutzers offen. Kaminsky gilt als der eigentliche Entdecker der Schwachstelle im DNS-System und wird auch im Exploit-Code selbst als dieser gegrüßt. Nach dem er vor geraumer Zeit auf die Lücke aufmerksam geworden ist, hat er sich dazu entschlossen große Softwarekonzerne darauf hinzuweisen. Unternehmen wie Microsoft, Cisco und viele weitere haben darauf ein Gremium von Security-Experten zusammengestellt, welches sich mit der Findung der Schwachstelle befassen sollte. Unter dem Strich kam dabei am 9. Juli der wichtige DNS-Patch heraus. (via packetstormsecurity.org, thx!) Verwandte News
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