DNA-Reihentest nach Vergewaltigung: So macht man sich von jeglichem Verdacht frei

gullinews am Mittwoch, 21.03.2007 12:22 Uhr

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Beliebtes Mittel nach Sexualstraftaten: man bittet einfach alle Männer der Region zum Massentest der DNA. So nun der Fall im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden wegen zweifachem Kindesmissbrauch. Was passiert, wenn an zu den 100.000 "Verdächtigen" gehört und nicht vorhat, der Polizei die Speichelprobe zu geben, beschreibt madchiq.

Mit interessanten ersten Ergebnissen. Nach wie vor ist die Bereitschaft der Deutschen, sich vorabverdächtigen zu lassen und DNA-Proben auf Abruf zu liefern, ungebrochen hoch. Der Ansturm zum Gentest sei enorm bei der laut StA Dresden bislang größten DNA-Reihenuntersuchung in der deutschen Kriminalgeschichte.

"Mit der Reihenuntersuchung habe zeitiger als geplant begonnen werden müssen, da die Leute schon bis auf die Strasse angestanden hätten. In dem Dresdner Vorort sind am Wochenende rund 3000 Männer zur freiwilligen Abgabe aufgerufen. Wer keine Probe abgebe, werde sich uns erklären müssen, sagte ein Ermittler."

Bis zu 100.000 Personen könnten zum Kreis der "Verdächtigen" wegen zweifacher Vergewaltigung gehören, die zuständige Sonderkommission wird wegen des erwarteten Aufwands momentan erweitert. Was passiert nun aber, wenn man sich nicht dem allgemeinen Generalverdacht fügen will? Vorerst nichts, so die Polizei:

"Möchten Sie am Reihentest überhaupt nicht teilnehmen, darf die Polizei alleine daraus nicht den Schluss ziehen, dass Sie verdächtig sind. Stets würde die Polizei weitere tatsächliche Anhaltspunkte benötigen, um gegen Sie Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten. Ihre fehlende Einwilligung kann auch nicht durch eine richterliche Anordnung ersetzt werden, wie dies bei Maßnahmen gegen einen Beschuldigten der Fall ist. Eine richterliche Anordnung zur zwangsweisen Entnahme einer DNA-Probe ist nur beim Vorliegen konkreter Verdachtsmomente zulässig."

Kooperieren kann man natürlich auch bundesweit: denn wer nicht (mehr) in der Region des Tatorts liegt, hat die Möglichkeit, bei seiner örtlichen Polizeidienststelle die Speichelprobe abzugeben. Weiterhin gibt es die Möglichkeit des Nachweises eines Alibis oder dem Ausschluss anhand bekannter Ermittlungskriterien - so sei der Täter zwischen 1,65 und 1,85 Meter groß. Ansonsten kann man sich darauf einstellen, telefonisch nochmal zur Teilnahme ermuntert zu werden: Es sei schließlich "...ganz einfach, sich von jeglichem Verdacht freizumachen."

 Einen Vorteil hat der kooperationsunwillige, generalverdächtigte Blogger immerhin: er ist nicht vor Ort. Der soziale Druck zur Abgabe des DNA-Tests, der in und um Dresden aufgebaut werden könnte, dürfte höher sein als jener durch einen Polizeibeamten am Telefon.

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78 Reaktionen aus dem gulli:Board

ruler³ am 23.03.2007 23:51:28:
na gut dass du dich jetzt hoffentlich fürsorglich um Gazzetti kümmerst USAintern ;)...

am 24.03.2007 00:27:54:
Ich gebe zu der letzte Beitrag war nicht gerade die feine Art von mir aber irgendwie fühlte ich mich etwas provoziert von Dir. Schwamm drüber. Ich respektiere jede Meinung. Auch die von Dir Gazzetti. Aber wenn das Realität wird was einige Sicherheitsfanatiker einfordern dann würde es solche Dis...

USAIntern am 26.03.2007 12:21:56:
@ruler, gerne. @nachtmasse :T Es ist natürlich sehr schlau auf die Angst der Menschen zu spekulieren und Sie damit zu führen. Argumentativ ist dem auch nicht ganz so einfach beizukommen. Doch Statistik und gesunder Menschenverstand sind ein Freund der Überwachungsgegner. Emotionales lässt si...

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