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03. Juni 2008
Diskussion und Umfrage Wie "öffentlich-rechtlich" darf das Internet sein?Am Donnerstag, den 5. Juni findet in Hamburg eine Diskussion zum Thema: "Alzheimer oder öffentliches Gedächtnis - Wie 'öffentlich-rechtlich' darf das Internet sein?" statt. Die Veranstaltung wird übermorgen auch live im Internet ausgestrahlt. Der Trend von Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern und ihren Magazinen geht immer weiter in Richtung Web. Sollten sich politische Fernseh-Magazine wie Panorama & Co. zum Schutz der privaten Presselandschaft wirklich verbieten lassen, die Videomitschnitte ihrer Sendungen länger als sieben Tage im Internet anzubieten? Hintergrund der Diskussionsrunde ist die absehbare Novellierung des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags, die derzeit von den Staatskanzleien ausgehandelt wird. Diese könnte das Aussehen aller Portale der öffentlich-rechtlichen Anstalten sehr negativ beeinflussen. Verhandelt wird derzeit hinter verschlossenen Türen. Dort tagen die Chefs der Staatskanzleien mit den Vertretern der Tageszeitungen, Zeitschriften und des privaten Fernsehens. Die Lobby der privaten Presse hat in den vergangenen Wochen und Monaten ausreichend viel Staub aufgewirbelt. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen soll zum Schutz der hiesigen Presse per Gesetz vorgeschrieben bekommen, wie sehr man sich im Web engagieren darf. Internetportale wie tagesschau.de sind vielen Konkurrenten von der sogenannten "freien Presse" ein Dorn im Auge. Und wenn diese die Angebote der öffentlich-rechtlichen Konkurrenten schon nicht inhaltlich schlagen können, so bemüht man sich stattdessen um neue gesetzliche Grundlagen, die die "Chancengleichheit" wieder herstellen sollen. - Warum brauchen wir im Informationszeitalter ein elektronisches Gedächtnis? - Warum archivieren politische Fernsehmagazine, wie z. B. Monitor und Panorama, ihre Sendungen? Sind die Online-Archive legitimer Teil des Grundversorgungsauftrags der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten? - Was versteht man unter dem Begriff "elektronische Presse"? - Warum fordern die privaten Zeitungsverleger eine derart drastische Einschränkung der Online-Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks? Dem Veranstalter Forum Finkenau ist es gelungen, ein paar Vertreter der Global Player zu dieser Veranstaltung zu verpflichten. In der Runde diskutieren neben Moderator (Johannes Ludwig) Jörg Sadrozinski von tagesschau.de, Frank Thomsen von stern.de, Michael Konken (Deutscher Journalistenverband), Prof. Jens Wendland von der Universität der Künste Berlin und Lomonossov-Uni Moskau (vormals Sender Freies Berlin und FAZ) und last, but not least Prof. Dr. Mike Friedrichsen von der Hochschule der Medien in Stuttgart. Die Sendung wird am Donnerstag ab 20 Uhr auf der Website von ELBE (E-Lectures, Broadcasting & Events) per Stream ausgestrahlt. Zudem führt das Forum Finkenau aktuell eine anonyme Online-Umfrage zu dem Thema durch. So kann jeder Besucher entscheiden, ob er sich für oder gegen textbasierte Hintergrundinformationen und Online-Archive der Sendungen ausspricht. Jeder Teilnehmer wird zudem eingeladen, seine Meinung kurz in Stichworten darzulegen. Verwandte News
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