Die Sarmite Bulte Saga, continued

gullinews am Donnerstag, 19.01.2006 17:09 Uhr

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Lügen, Lobbyisten und Hometaping

Lobbyismus ist nichts neues, und wenn ein Politiker sich von der Industrie unterstützen läßt, ruft das in der Regel resigniertes Schulterzucken hervor: wenn dasselbe jedoch auf dreisteste Weise kurz vor den Wahlen passiert, beeinflussen solche Zwischenfälle bisweilen durchaus die Wahlergebnisse. Sarmite Bulte, amtierende Kulturministerin in Kanada, läßt sich ihren Wahlkampf von der großzügigen Copyright-Industrie finanzieren und fällt seit Beginn dieses Sponsoring durch permanente Forderungen nach der Verschärfung entsprechender Gesetze auf. Völlig unabhängig von den Lobbyisten, wie Bulte nicht müde wird zu betonen, aber so ganz trifft diese Darstellung offenbar nicht zu.

Im Gegenteil, Juraprofessor Michael Geist hat die ambitionierte Copyright-Verfechterin bei einigen handfesten Lügen erwischt. Sie "nehme kein Geld von speziellen Interessensgruppen", so Bulte in einer aufgezeichneten Diskussion zum Thema: Gelogen, so Geist, denn die Gruppen, von denen das Geld floß, sind durchaus dokumentiert.

Neunzig Prozent des Spendenaufkommens sei von Einzelpersonen getätigt worden, so die Kulturministerin weiter, für 2004 kann Geist jedoch nachweisen, dass dies mitnichten den Tatsachen entspricht: nur für knapp mehr als die Hälfte der Gelder trifft dies zu.

Zu guter Letzt würden die entsprechenden Organisationen keine Spendenparty für sie ausrichten: was nun vollkommen an der Realität vorbeigeht, die auch Bulte selbst auf ihrer Webseite darstellt: laut der Einladung eine Spendenparty zugunsten Sarmite Bultes, die unter anderem vom Präsidenten der kanadischen Musikindustrie CRIA, Graham Henderson ausgerichtet wird, ist ihrer Ansicht nach keine Spendenparty zugunsten Sarmite Bultes. Man ist einiges gwohnt, aber der Begriff "Realitätsverleugnung" gewinnt in diesen Kontexten doch wieder völlig neue Sinntiefen.

Ein nettes Detail zur Fundraising-Party, die heute abend stattfindet, deckt nebenbei der Accordion Guy auf: Die Band des dort performenden Drummers Margo Timmins schaffte den Durchbruch mit einer für 250 Dollar aufgenommenen Platte für ein Mini-Label. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda und mittels der Verbreitung von Mixtapes. 250 Dollar beträgt auch der Eintritt für die Lobbyparty - pro Kopf.

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gullinews am 19.01.2006 17:11:53:
Lügen, Lobbyisten und Hometaping Lobbyismus ist nichts neues, und wenn ein Politiker sich von der Industrie unterstützen läßt, ruft das in der Regel resigniertes Schulterzucken hervor: wenn dasselbe jedoch auf dreisteste Weise kurz vor den Wahlen passiert, beeinflussen solche Zwischenfä...

 

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