|
06. Juli 2006
Die Piratenparteien kommenDie Schweden machtens vor, in anderen Ländern zieht man nach: in den USA und in Frankreich gründeten sich Piratenparteien, die Belgier und Italiener zogen ebenfalls nach. In Deutschland laufen Planungen, in Österreich ging man alles etwas pragmatischer an. Erfolge solcher Parteien mit relativ begrenztem Parteiprogramm waren bislang selten, man sollte die Wirkung auf die etablierten Parteien hingegen auch nicht unterschätzen. Bei der belgischen Piratenpartei findet sich bislang wenig Information: Man wendet sich, wie von der schwedischen Partei bekannt, gegen die weitere Verschärfung von Copyright und Urheberrechten, lehnt die überbordenden Patentierungsmöglichkeiten ab und setzt sich für einen verstärkten Schutz der Privatsphäre ein. Über Mitgliedszahlen vermeldet die Seite nichts. Vergleichsweise professionell und aufgeräumt sieht es in den USA wie auch in Italien aus. Auch hier scheint die Resonanz jedoch noch relativ gering. In Großbritannien hingegen scheint das Adjektiv "unglücklich" für den Start noch schwach gewählt: Inhalte sind keine zu finden, das Design ist mehr als armselig, und außer einem leeren Forum und dem unvermeidlichen Paypal-Button ist von Vernetzung und Interaktion wenig zu sehen - die erste Assoziation ist nicht die einer Gründungsinitiative, sondern die einer der bekannten Abzockseiten mit aktuellem Thema. Den Fehler, mit einer überhastet erstellten Seite und ohne Konzept eine entsprechende Gründungsinitiative zu starten, beging man in Deutschland nicht. Wohlweislich beschränkte man sich auf ein Forum, um Ziele, Satzung und Vorgehensweise zu erörtern und Informationen zusammenzutragen. Am pragmatischsten ging man unterdessen das Problem in Österreich an. Die Kommunistische Partei deklarierte kurzerhand die Ziele der diversen Pirateninitiativen als jene, die sie schon seit Jahren vertritt. Unter piratenpartei.at findet man die KPÖ, die durchaus auf der Höhe der Zeit Konzepte geistigen Eigentums, DRM und Überwachungswahn thematisiert. Durch den Erfolg der schwedischen Vorreiter - über 7.000 Mitglieder kann die Initiative inzwischen verzeichnen - wird es natürlich attraktiv, schnell auf den Zug aufzuspringen. Wenn dies ohne Konzept und ohne seriöse Organisation passiert, könnte sich das jedoch schnell als Schuss ins eigene Bein erweisen - mit den Gründungsinitiativen wird dann womöglich einer der häufigen Versuche assoziiert, mittels aktuellem Thema schnell eine Seite aus dem Boden zu stampfen, Traffic zu generieren und Geld einzusammeln. Bislang wurde das weitgehend vermieden, die britische Webseite läßt jedoch schlimmes befürchten. Verwandte News
Trackbacks
|