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25. Juni 2007
Die Anfänge der deutschen Hackerszene KGB-Hacker Urmel wurde vor 20 Jahren geschnapptDie Identität von Urmel, dem KGB-Hacker Markus Hess wurde vorgestern vor exakt 20 Jahren mit Hilfe einer getracten Analogleitung festgestellt. Am 23. Juni 1987 wurden Wohnung und Arbeitsplatz von Markus Hess in Hannover durchsucht, nachdem der Systemadministrator an der Universität von Kalifornien in Berkeley Clifford Stoll auf den Hacker aufmerksam wurde, der in die Computer des Laboratoriums eingedrungen war. Die bei der Ermittlung benutzte Fangschaltung war vorher allerdings nicht genehmigt worden und war daher illegal, weshalb das Ermittlungsverfahren gegen Urmel erfolglos eingestellt werden musste. Auf den regelmäßig am Dienstagabend stattfindenden Hacker-Treffen in verschiedenen Restaurants in Hannover lernte Karl Koch, der sich in der Szene "Hagbard Celine" nennt, 1985 den Hacker Dirk Breschinski alias "DOB" kennen. Nachdem sie gemeinsam einige Hacks durchgeführt haben, gelangt Koch über ihn an den Croupier "Pedro" (Peter Carl). Pedro motiviert die Gruppe, ihre Entdeckungen auf den gehackten Rechnern an den KGB zu verkaufen. Gemeinsam fuhren die drei zur sowjetischen Botschaft nach Ost-Berlin, um sich dem KGB anzubieten. Dort nimmt sie niemand ernst, bis auf einen Mitarbeiter der Ost-Berliner KGB-Residenz. Die Hacker sollten zunächst Material liefern und beweisen, wozu sie fähig sind. Ein Jahr lang hacken sich Koch, DOB und andere Hacker, die nicht unbedingt über die KGB-Verbindung und die Geldflüsse seitens des KGB eingeweiht wurden, in verschiedene Rechner von Firmen und Organisationen in der ganzen Welt ein. Ziele sind dabei unter anderem Firmen wie SRI International in Kalifornien, die US Army Darcom, Seckenheim, das Fort Bruckner Army Base in Japan, U.S. Army 24th Infantry, Fort Stewart, Georgia, die Optimus Datenbank des Pentagon, die US Air Force in Ramstein in Deutschland und viele, viele mehr. Pedro fungiert dabei als Mittelsmann zwischen den Hackern und dem russischen Geheimdienst. Er liefert die Ergebnisse an die Russen und bringt im Austausch insgesamt mehrere zehntausend DM und neue Aufträge mit.Im April 1986 kommt es zur Atomreaktor-Explosion von Tschernobyl, die den psychischen Zustand von Hagbard Celine aka Karl Koch sehr verschlechtert. Koch war zu diesem Zeitpunkt schon lange schwer drogenabhängig und verwirrt und glaubte, der Unfall wäre aufgrund seines Hacks passiert, da er kurz vorher in den Rechner eines der Atomkraftwerke eingedrungen war. Die Zahl 23 und ihre Quersumme fünf spielen generell eine zentrale Rolle in Robert Anton Wilsons Universum und den Gedankenspielen der Hacker. Die im Roman "Illuminatus!" dargestellte Mischung aus Fakten, Halbwahrheiten und reiner Phantasie machte es leicht, sich darin zu verirren. Koch wurde aus der Gruppe ausgeschlossen und später in eine psychiatrische Klinik gebracht. Die anderen Mitglieder der Gruppe hackten derweil munter für Geld weiter. Durch monatelange detektivische Kleinarbeit und das Stellen von Fallen gelingt es dem Systemadmin Clifford Stoll und anderen, die Spur der Hacker nach Deutschland zurückzuverfolgen. Am 23. Juni 1987 wird schließlich die Wohnung von Markus Hess (alias Urmel) durchsucht, es ergeht kein Haftbefehl. Da die benutzte Fangschaltung auch nicht gerichtlich genehmigt war, muss das Ermittlungsverfahren später sogar eingestellt werden. Am 1. März 1989 wird nach monatelanger Beschattung durch die Polizei und den Bundesnachrichtendienst in einer bundesweiten Aktion die KGB-Hack-Gruppe zerschlagen. Im ARD-Brennpunkt am gleichen Abend wird daraus "der größte Spionagefall seit Guillaume". Am 15. Februar 1990 werden die am KGB-Hack beteiligten DOB, Pengo und Urmel zu Freiheitsstrafen auf Bewährung zwischen 14 Monaten und 2 Jahren verurteilt. Obwohl ihm Straffreiheit zugesichert wurde, zog Karl Koch, so wird vermutet, den Freitod durch Selbstverbrennung vor. Die tatsächlichen Umstände seines Todes wurden nie restlos aufgeklärt. Es könnte sich um einen Suizid in Folge des Drogenmissbrauchs und der monatelangen Vernehmungen handeln, auch ein Mord der Helfershelfer des KGB konnte nie ausgeschlossen werden.Die Geschichte um Markus Hess wird ansatzweise im Kinofilm "23 - Nichts ist so wie es scheint" behandelt. Allerdings wird die Person von Hess aus dramaturgischen Gründen mit der Figur von Pengo, der auch an dem KGB-Hack beteiligt war, zu der Person David zusammengefasst. Somit entspricht die Darstellung im Film nicht ganz den tatsächlichen Ereignissen. Zusätzlich existieren auch einige Bücher, die sich mit der Thematik beschäftigen. So zum Beispiel von Clifford Stoll: "Kuckucksei. Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten" oder von den Autoren Hans-Christian Schmid und Michael Gutmann "23 - Die Geschichte des Hackers Karl Koch. Das Buch zum Film". Ein sehr interessanter Erfahrungsbericht von Marko Rogge mit dem Titel "Tote Hacker reden nicht mehr! Alles was bleibt ist die Erinnerung?" kann auf Bitfellas.org komplett mitverfolgt werden. Rogge bezeichnet die Geschehnisse als einer der mysteriösesten Fälle in der Geschichte der Hackerbewegung. Er weist darauf hin, dass Koch & Co. nicht so sehr von Kokain geprägt wurde, wie die Presse dies oft darzustellen versuchte. Eine unbestrittene Tatsache ist es jedoch auch, daß Karl und seine Freunde reichlich Joints zu sich nahmen und gerade Hagbard aka Karl die Gedanken an die Weltherrschaft durch die Illuminaten nicht verdrängen konnte. Markus Hess soll heutzutage angeblich im Auftrag einer deutschen Firma Netzwerk-Software programmieren. Der ehemalige Systemadmin und Hackerjäger Clifford Stoll hat sich von seiner Tätigkeit als Administrator zurückgezogen.
Einige Ausschnitte dieses Textes entstammen Artikeln von Wikipedia und wurden dort unter Anwendung der GNU Lizenzen veröffentlicht, danke! Verwandte News
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