Details zu Verbotsplänen DRM-freier Soft in Frankreich

gullinews am Dienstag, 06.12.2005 17:59 Uhr

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Zahlreiche Open Source-Programmme gefährdet

Umfassendere englischsprachige Informationen zu den jüngsten Gesetzesvorschlägen in Frankreich hat EUCD.info nun bereitgestellt. Die Entwürfe sehen nach den neuen Publikationen der Bürgerrechtler ein Verbot von Programmen vor, die zur Distribution von Mediadaten geeignet sind, dabei jedoch keine DRM-Schutzmaßnahmen berücksichtigen. Nach Ansicht der von der Free Software Foundation Frankreichs gestarteten Initiative bedroht der Plan nicht nur beispielsweise Playersoftware, die Kopierschutztechniken umgeht - analog beispielsweise zum Werbe- und Vertriebsverbot von AnyDVD in Deutschland - sondern eine Reihe von Applikationen, an die man in den enstprechenden Kontexten nicht unbedingt denken würde.

Der Entwurf sehe laut EUCD.info vor, die Veröffentlichung, Verbreitung und Bewerbung von Software zu kriminalisieren, welche copyrightgeschützte Daten verbreiten oder öffnen kann, ohne eine Methode zu integrieren, den Gebrauch zu kontrollieren bzw. zu überwachen. Dadurch sei praktisch jede Software betroffen, die simple Downloads zulasse: neben den üblichen Verdächtigen wie Filesharingclients auch Alltagsprogramme wie IRC oder eine lange Liste von Serversoftware: beispielsweise ftp, apache oder SSH.

Generell bedrohe das Gesetz jedoch die komplette Open Source-Bewegung. Denn es sei mit dem Prinzip von quelloffener, GPL-ter Software völlig unvereinbar, technische Möglichkeiten zur Inhaltskontrolle zu integrieren, die vom entsprechend kompetenten User nicht wieder ausgehebelt oder abgeändert werden könnten. Die Quelloffenheit des Codes verhindert, dass entsprechende Schutzmaßnahmen integriert werden können, die der User nicht abstellen kann.

Im Fall eines Verstoßes sehe der Entwurf eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro bzw. maximal drei Jahre Haft vor. Beispielsweise die Verwendung des VLC - Players würde mit dem Gesetz auf einen Schlag illegal. Auch der wissenschaftliche Fortschritt sei in Gefahr: die Veröffentlichung einer Studie, warum beispielsweise ein digitales Wasserzeichen einer Mediendatei nutzlos, da mit einfachen Mtteln zu entfernen sei, würde damit zum kriminellen Akt.

Es ist mehr als erstaunlich, dass ausgerechnet in Frankreich Vorbereitungen für solche Gesetze in der Planung sind. Frankreich profilierte sich in der jüngeren Vergangenheit durchaus mit der Betonung der Rechte von Usern gegenüber der Gängelung der Medienindustrie. Im April diesen Jahres erklärte ein französisches Gericht einen Kopierschutz auf DVDs für illegal, der Präsident der frasnzösischen Richtervereinigung schockierte letztlich gar mit der Forderung, Filesharing endlich zu legalisieren.

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2 Reaktionen aus dem gulli:Board

gullinews am 06.12.2005 17:56:08:
Zahlreiche Open Source-Programmme gefährdet Umfassendere englischsprachige Informationen zu den jüngsten Gesetzesvorschlägen in Frankreich hat EUCD.info nun bereitgestellt. Die Entwürfe sehen nach den neuen Publikationen der Bürgerrechtler ein Verbot von Programmen vor, die zur Distribu...

nitramorama am 06.12.2005 18:06:52:
Eine Frage - besteht Interesse an Klugscheißkommentaren zur Aufdeckung von Rechtschreibfehlern?...

JtK am 07.12.2005 20:02:39:
Eine Frage - bin ich der einzige, der sich langsam von allen "westlichen" Regierungen verarscht fühlt? Wenn das so weiter geht miete ich mir einen schönen Server in Timbuktu und biete Software und Bombenbauanleitungen for free an :confused: Disclaimer: Letzter Absatz warn Witz...

 

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