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01. Juli 2005

Der wohl dreisteste Camripper überhaupt verurteilt

"Prince of Piracy" nicht nur des Copyrightverstoßes schuldig

Johhny Ray Gasca machte schon vor seiner Verurteilung durch, nun, unkonventionelles Verhalten von sich reden. In wohl beispielloser Dreistigkeit filmte Gasca nicht nur regelmäßig Kinofilme ab, sondern erpresste nach Beschlagnahmung seiner Ausrüstung eben noch die MPAA und legte nach einer zwischenzeitlichen Flucht und Wiederergreifung vor Gericht eine erstaunliche Verteidigungsstrategie an den Tag: nichts von alledem, wobei er beobachtet wurde bzw. worüber er auch Tagebuch geführt hatte, sei wahr, man wolle ein Exempel an ihm statuieren. Nun ist der "Prince of Piracy" schuldig gesprochen worden. Und einige weitere Details seiner Vorgeschichte kommen ans Licht.

So habe Gasca, wie bekannt, regelmäßig Camrips erstellt und mit dem Verkauf der Kopien der Rips in guten Wochen offenbar bis zu 4.500 Dollar verdient. Wie nun Slyck berichtet, habe Gasca sich bisweilen im Kino einfach als Angestellter der MPAA, der Motion Picture Association of America, ausgegeben, wenn er beim Abfilmen erwischt wurde. Nachdem seine Kopierausrüstung nach einem seiner Camrips beschlagnahmt wurde, rief er die MPAA an und forderte ausgerechnet die Antipiraterieorganisation dazu auf, ihm beim Wiederbeschaffen seiner Ausarüstung zu helfen: ansonsten würde er mit dem Release von 30 bisher unveröffentlichten Movierips der Industrie entsprechenden Schaden zufügen.

Bis 2003 schaffte es Gasca, auf beachtliche 89 Festnahmen zu kommen: es verwundert, wie er trotz Festnahmen und einer Verurteilung wegen Mordversuchs weiter auf freiem Fuß sein konnte.

Zuletzt wurde Gascas Prozess auf den 13.1.2004 angesetzt, ein Termin, zu welchem Gasca nicht erschien, sondern bevorzugte, die Flucht zu ergreifen und unterzutauchen. Selbst dann stellte er seine Aktivitäten nicht ein: als man ihn April 2005 wieder festnehmen konnte, fand man in seinem Hotelzimmer wieder eine umfassende Ausrüstung: Kameras und DVD-Brenner.

Obgleich er während des jetzigen Prozesses seine Taten überraschenderweise völlig abstritt und wiederholt Zeugen mit Drohungen und Anschuldigungen einschüchterte, wurde er am 30. Juni in allen Punkten schuldig gesprochen. Gasca drohen 25 Jahre Haft.

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