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30. August 2007

Der Rechtsanwalt rät Trinkt kein Wasser bei der Polizei

Da ein Beschuldigter bei einer polizeilichen Vernehmung ein angebotenes Glas Wasser angenommen hatte, wurde die anschließende Abnahme einer DNA-Probe aus dem Lippenabdruck als "freiwillig abgegeben" deklariert und erfasst, berichtet Lawblogger Udo Vetter. Der Beschuldigte widersetzte sich im Verlauf der Vernehmung weiteren Maßnahmen und verlangte einen Anwalt.

Die externer Link in neuem Fenster folgtunglaubliche Geschichte wird vielen Lesern vermutlich vollkommen normal scheinen, ist man doch durch die einschlägigen Serien mit solchen Vorgehensweisen vertraut. Schlimmer noch: es dürfte anzunehmen sein, dass ein solcher Eingriff in die Rechte von Beschuldigten inzwischen in erster Linie als cleveres Vorgehen der Ermittler gewertet wird.

Einmal mehr wird jedoch deutlich, was von "Selbstbeschränkungen" der Datensammler zu halten ist - DNA-Erfassung nur angesichts schwerer Straftaten, Mautdaten nur für Abrechnungszwecke, Bundestrojaner allenfalls 10 Stück im Jahr und nur bei Terrorverdacht: Glaubwürdigkeit existiert hier keine mehr.

Die Polizei, regelmäßig auch eher skeptisch beäugte Institution, wird sich mit einem solchen Vorgehen ebenfalls nicht unbedingt Freunde machen. Wenn man auf einer Polizeistation nicht mal mehr ein Glas Wasser trinken kann, ohne in diversen DNA-Datenbanken zu landen, wird der viel beschworenen Bürgernähe und dem schönen Bild vom "Freund und Helfer" auch ein Bärendienst erwiesen.

  • 54 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von Echigoya Du bist ja ein ganz Toller. Was glaubst Du machen die mit Deiner DNS? Gib mal n paar Argumente! Vielleicht Dich klonen? Geht nur mit deiner reinen DNS noch nicht. Wenn Du Dich sonst auch so verhälst, bestimmt sowieso nicht. Außerdem war ursprünglich nie von einer Datenbank die Rede, sondern lediglich vom Benutzen einer geklauten DNA als Fingerprint vor Gericht, von speichern war sowieso nie eine ...

    !AntiDekoration am 12.09.2007 20:35
  • Zitat: Zitat von !AntiDekoration hast du den thread ganz durchgelesen, ersten kann man mit einer DNA einen menschen klonen, da in einer DNA die gene enthalte sind, zum nachbilden/austauschen sehr aufwendig aber machbar. und zweiten war hier wenn ich mich nicht verlesen habe die rede von einem kontrollstaat, würde es dir gefallen wenn die hohen leute des staates alle deine daten inkl. erbinformationen bla bla bla ganz ...

    Echigoya am 13.09.2007 14:11
  • Jedenfalls wird Biometrie dann obsolet. Mann braucht sich ja nur die DNS zu holen und schon kann man Fingerabdrücke, Iris oder was auch immer von der Person nachbilden.

    _Agnostiker_ am 13.09.2007 14:20
  • Das lohnt sich doch garnicht, bei jedem Heinz einen DNA Test durchzuführen. Das kostet Geld, Zeit und Mühen. Dann könnten sie direkt gleich im Nebenzimmer der Ortswache Einöde Ost ein CSI:NY Konkurrenzfähiges Labor einrichten, um die Speichelprobe des Frittenbuden-Besitzers Ozmir Ü. hinterhältig zu klauen, der Augenzeuge eines Auffahrunfalls auf dem Parkplatz gewesen sein will. Da der Geheimplan durch den Tipp »kein Wasser bei Polizei« zu ...

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