gulli: Der Musikindustrie ist Online-Musik zu billig
28. Februar 2005

Der Musikindustrie ist Online-Musik zu billig

Höhere Preise für Online-Musikshops geplant

"Sie lernen es nicht", mag man denken, wenn man die neuesten Pläne einiger großer Musiklabels erfährt. Mit einer Reihe von Online-Musikgeschäften sind laut einem Bericht der Financial Times Verhandlungen aufgenommen worden mit dem Ziel, die Preise für online gekaufte Musikstücke zu erhöhen.

Die Preise seien zu Beginn niedrig gehalten worden, um den neuen Vertriebskanal zu etablieren, Apples Erfolg mit iTunes deute jedoch darauf hin, dass die Preise nun zu niedrig seien. Steve Jobs sei mit den Plänen jedoch nicht einverstanden.

Der Gartner-Analyst Michael McGuire ist dagegen der Ansicht, die Konsumenten würden Preise von 99 Cent oder darunter erwarten, wenn sie online Musikstücke kaufen. Das Timing für die geplante Preiserhöhung sei schlecht und würde die Konsumenten wieder zurück in die Tauschbörsen treiben.

Dass für Musik, die ohne Vertriebskosten, ohne Booklet und ohne Datenträger erworben wird, derselbe oder gar ein höherer Preis gezahlt werden soll als für die CD, scheint völlig absurd. Die Industrie täte gut daran, beispielsweise die Kommentare von Moby zur Kenntnis zu nehmen - die nackten Tracks günstig anbieten, für die Sammler und Fans verschieden aufwändige und entsprechend teurere Digipacks anbieten. Aber auch auf ihn wird man nicht hören.

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