gulli: Day against DRM: Protest gegen Kopierschutz on- und offline

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04. Oktober 2006

Day against DRM Protest gegen Kopierschutz on- und offline

Die Anti-DRM-Gruppe Defectivebydesign erklärte den gestrigen Tag zum "Day against DRM". Im Netz wie auch offline wurde gegen die entmündigende Technologie protestiert. Die Free Software Foundation Europe startete die Infoseite drm.info.

Auf der neu gestarteten Infoseite gegen die umstrittene Technik stellt die Free Software Foundation Europa ihre Positionen dar: Geräte und Medien, die mit DRM ausgestattet sind, sollen entsprechend mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden. Für legale Zwecke fordert die FSFE das straffreie Umgehen der Kopierschutztechnik. In der Politik habe DRM keinen Platz: Regierungen und Behörden müssen permanent die volle Kontrolle über ihre Dokumente und Medien behalten, dasselbe gelte für öffentliche Dienste und Angebote.

Tag gegen DRMIn Boston, Zürich, Paris und London wurden von Aktivisten Flyer verteilt. Im Netz ruft die Gruppe defectivebydesign zur Unterstützung auf: wer über kommende Aktionen unterrichtet werden will, kann sich in den Verteiler der Aktionsgruppe eintragen.

Neben zahlreichen Bildern und Stickern wurde im Rahmen des Protesttages auch Videos im Netz veröffentlicht, welche die Probleme des "digitalen Restriktionsmanagement" anschaulich vorführen.

"DRM ist eine Risikotechnologie, die massive Eingriffe in Gesetzgebung, Verbraucher- und Bürgerrechte und vor allem Infrastruktur erfordert. Und damit ist sie eine erhebliche Gefahr für den Zugang zu Wissen, Innovation, Demokratie sowie der freien und nachhaltigen Entfaltung eines offenen Internets."

so das Statement von netzpolitik.org zum gestrigen Aktionstag. Netzpolitik sammelte anläßlich des Protesttages zahlreiche Statements von Experten und Bürgerrechtlern zur umstrittenen Technologie. Volker Grassmuck von irights.info:

"Privates Kopieren und Tauschbörsen werden zum Buhmann aufgebaut, um drastische Maßnahmen zu rechtfertigen: immer neue Kontroll- und Überwachungstechnologien bis hin zu Viren und anderen Mitteln, PCs zu schädigen, das gesetzliche Verbot, sich dagegen zur Wehr zu setzen, und umgekehrt gar eine gesetzliche Erlaubnis, private PCs zu hacken. In der Presse ist bereits von einem "Cyberwar" die Rede, von einem “Bürgerkrieg der Industrie gegen ihre Kunden."

Nach wie vor bleibt der Protest gegen die gefährliche Technologie jedoch relativ gering und weitgehend auf das Netz beschränkt. Die Gefahr, die dem öffentlichen und freien Zugang zu Wissen und Information durch die DRM-Technik droht, geht in der üblichen Diskussion über Filesharing uind Piraterie in der Regel unter. Dies, obwohl beispielsweise die britische Landesbibliothek große Bedenken geäußert hatte: von 30 Lizenzabkommen bezüglich digitaler Medien in der Bibliothek seien 28 einschränkender als die existierenden Copyright-Gesetze gewesen. Analog zum Verlust digitaler Medien, deren Formate und Abspieltechnik schnell veralten, befürchten Experten den Verlust von Medien und Informationen, deren Schutztechnik nicht mehr unterstützt wird und die nicht mehr geöffnet werden können.

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