gulli: Datenspeicherung: Gonzales schwingt die Kinderporno-Keule

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
20. September 2006

Datenspeicherung Gonzales schwingt die Kinderporno-Keule

Der US-Generalstaatsanwalt Alberto Gonzales bekräftigte gestern seinen Wunsch nach Datenspeicherung durch Internetprovider. Zwei Jahre sollen nach seinem Wunsch IP-Logs gespeichert werden. Freiheltsrechte würde er respektieren, diese müßten angesichts der Kinderpornografie jedoch "harmonisiert" werden - ein schöner neuer Begriff für das eher fatal klingende "abschaffen".

Der fehlende Zugriff auf Userdaten sei das größte Hindernis in der Verfolgung von Kinderpornografie im Netz, so Gonzales gestern vor einem Senatsausschuss. Die Bedenken der Provider, eine Datenspeicherpflicht stelle einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre der User dar, nahm Gonzales zur Kenntnis, die wachsende Bedrohung durch Kinderpornografie sei jedoch zu groß.

"Wir müssen einen Weg finden, wie die Provider Daten für eine bestimmte Frist speichern, damit wir bei einem Gerichtsverfahren auf diese zurückgreifen können."

So Gonzales, der sich mit Vertretern zahlreicher Provider getroffen hat. Im Gespräch war eine Datenspeicherpflicht von zwei Jahren Dauer, die Provioder ihrerseits sind nicht vollkommen abgeneigt, scheinen jedoch eine freiwillige Lösung zu bevorzugen. Ihre Datenspeicherfristen sollen neu überdacht werden, eine entsprechende Gesetzgebung würden die Provider hingegen gerne vermeiden.

Die Keule Kinderpornografie wird damit einmal mehr geschwungen, um flächendeckend User unter Generalverdacht zu stellen. Dass gerade in dem Bereich, den Gonzales als wachsende Bedrohung darstellt, entsprechende Anonymisierungs- und Verschlüsselungstechnik eingesetzt werden dürfte, scheint bei den jetzigen Forderungen keine große Rolle zu spielen.

Gonzales' führt seinen Kampf seit seinem Antritt nicht nur gegen Kinderpornografie, sondern generell gegen Sex im Netz. "Obszönität" ist das Feindbild Nummer eins des Generalstaatsanwalt, welcher er den Krieg erklärt hat. Um gegen Pornografie im Netz vorzugehen, zieht Gonzales dabei durchaus auch Kräfte vom ohnehin schon überlasteten Dezernat für Straftaten gegenüber Kindern ab.

  • 4 Kommentare zum Artikel
  • Amerika und die Pornografie. Das möchte ich mal sehen wie Gonzales alle amerikanischen Pornoseiten dicht macht. Und im Anschluss dann womöglich die P2P Pornografie bezwingen, der Typ hat sich ja einiges vorgenommen. Zitat: ach du scheiße, das wärs dann edngültig mit anonymen downloaden. Selbst wenn man Proxys verwendet, haben die Bullen jetzt genug Zeit dich zurückzuverfolgen. Wenn das geschieht, werd ich mich wohl ...

    nzbpowered am 20.09.2006 19:53
  • Und wenn dann die Pornos abgeschafft sind, wird sich der Herr Gonzales wundern, dass Vergewaltigungen plötzlich Hochkonjunktur haben. Schonmal z.B. nen Blick auf die japanische Hentai-Kultur geworfen? Da gehts unter anderem um Vergewaltigung und Kindersex. Dennoch ist die Anzahl der Gewaltverbrechen in Japan um einiges geringer als im Westen. Zitat: Zitat von nzbpowered  Das möchte ich mal sehen wie ...

    talanis am 22.09.2006 13:22
© Copyright 2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |