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29. September 2008
Datenschutz Wiener Wohnbaugenossenschaft verschickt obskure FragebögenDie Wiener Wohnbaugenossenschaft hat Fragebögen an die Bewohner ihrer Wohnanlagen geschickt. Dort werden sie zur Wohnqualität, Nachbarn und Ähnlichem befragt. Die Teilnahme ist zwar freiwillig, aber Probleme scheint es mit der Anonymität zu geben. Denn obwohl vorgegeben wird, dass die Befragung anonym sei, kann mittels eines Barcodes auf den Fragebögen ein eindeutiger Rückschluss auf den jeweiligen Mieter gezogen werden. Festgestellt wurde das Problem letztendlich vom österreichischen Bürgerrechtsverein Quintessenz. Bei den 220.000 verschickten "anonymen" Fragebögen des Wiener Gemeindebaus ist die Kundennummer der Mieter eindeutig identifizierbar. Doch nicht, wie man meinen sollte, in offen ersichtlicher Form - sondern codiert als Barcode. Einen ersten auffälligen Hinweis hatte man erhalten, da die Befragten in dem Fragebogen mit persönlichem Namen angesprochen wurden. Hintergrund ist, dass der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) wissen wollte, was die Gemeindebaumieter über ihre Wohnung, die Lage, Nachbarn, Umgebung, die Sicherheitssituation, Hausverwaltung etc. denken. Die persönliche Anrede der Befragten in den "anonymen" Fragebögen machte eine Mietervertretung stutzig. Denn auf der Rückseite des Schreibens sei die Rede von der Geheimhaltung der erhobenen Daten. Auf Rückfragen antwortete man zunächst, dass lediglich der Nachnahme der Befragten einem Fragebogen zugeordnet werden kann und damit ausreichend viel Kriterien zum Erhalt des Datenschutzes erfüllt seien. Durch genauere Untersuchung von Quintessenz hat sich diese Aussage jedoch als unwahr herausgestellt. Denn der Barcode auf dem Fragebogen ließ sich mit einem entsprechenden Gerät auslesen und entpuppte sich als die eindeutige Kundennummer des Mieters. Von einem Hinweis auf den Bardcode und den darin gespeicherten Daten fehlt im Anschreiben jede Spur. Auf Anfrage des ORF antwortete der Stadtbaurat Ludwig: "Zum einen habe man ja nirgendwo behauptet, dass die Aktion grundsätzlich anonym sei, und außerdem könne der Fragebogen ja anonymisiert werden, indem man Anrede und Barcode schwärze." Laut Angaben von Quintessenz ist Michael Ludwig schon durch das Vorantreiben der Videoüberwachung in unterschiedlichen Gemeindebauten negativ aufgefallen. Vor einem Ausfüllen dieser Fragebögen wird daher gewarnt, da man nicht wissen kann, wie mit den Informationen aus den Fragebögen umgegangen wird. (020200) (via Futurezone, Quintessenz, thx!)
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Wer sieht, dass sein Name direkt auf dem Fragebogen steht, darf nicht von Anonymität ausgehen. Selbst schwärzen bringt nicht viel, außer man reibt so lang mit dem Stift auf der Stelle, bis das Papier durch ist. Zitat: dass lediglich der Nachnahme der Befragten einem Fragebogen zugeordnet Nun ja. Ein Nachnahme-Schreiben anzunehmen ist ja auch mehr als Leichtsinnig, wenn man nix bestellt hat. karlo7 am 29.09.2008 23:58
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