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Datenschutz: Mehrheit fühlt sich schlecht informiert

Annika_Kremer am Samstag, 06.02.2010 18:44 Uhr

In punkto Datenschutz herrscht noch immer Verunsicherung. Die Mehrheit der Europäer fühlt sich laut einer aktuellen Studie nicht ausreichend über die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten aufgeklärt.

Die Umfrage wurde von der auf Datensicherheit spezialisierten Firma SafeNet im Zuge des kürzlich begangenen vierten europäischen Datenschutztages durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: lediglich 15 Prozent der Befragten fühlen sich von den Unternehmen hinsichtlich der Verwendung von personenbezogenen Daten gut informiert. In Deutschland sind es mit zwölf Prozent sogar noch weniger. 

"Wir haben in der Umfrage nicht direkt nach eigenen negativen Erfahrungen gefragt, doch ein Grund für die Verunsicherung ist sicherlich die Häufung von Datenskandalen, die während der vergangenen zwölf Monate an die Öffentlichkeit kamen", meint Ansgar Dodt, Director Sales EMEA bei Safenet. Immer wieder waren Unternehmen durch schlampigen Umgang mit Mitarbeiter- oder Kundendaten in die Kritik geraten. Dies ist offenbar auch einer zunehmend großen Anzahl von Menschen bewusst. Das Bewusstsein für Datenschutz-Problematiken scheint insgesamt zu steigen. Viele Menschen fühlen sich allerdings überfordert mit der Umsetzung ihres Wunsches nach informationeller Selbstbestimmung. So werden Datenschutzvereinbarungen von vielen Menschen nicht oder nur flüchtig gelesen, weil sie oft sehr schwer verständlich sind.

Ein großes Thema im Datenschutz-Bereich waren im vergangenen Jahr auch sogenannte Social Networks wie Facebook, Myspace oder die deutschen VZ-Netzwerke. Offenbar sind sich viele Menschen der Tatsache, dass Social Networks ihre Privatsphäre gefährden, durchaus bewusst: Wenn es um Vertrauen in verschiedene Unternehmenstypen geht, schneiden Social Networks Europa weit am schlechtesten ab. In Deutschland erzielten die Sozialen Netzwerke sogar ein noch schlechteres Ergebnis als im Europa-Schnitt - ob dabei auch der SchülerVZ-Skandal des vergangenen Jahres (gulli:News berichtete) eine Rolle spielt? 

Insgesamt ist das Ergebnis eher unerfreulich. "Die Umfrage zeigt, dass es bei den Bürgern offensichtlich eine große Unsicherheit in Bezug auf Datenschutz gibt. Die Menschen möchten sich einerseits nicht durch komplizierte Richtlinien kämpfen, andererseits sind sie sehr daran interessiert, dass ihre Daten gut geschützt sind", sagt Dodt. 

Ein Verlust persönlicher Daten wäre für die Hälfte der Befragten Grund genug, die Geschäftsbeziehungen zum betreffenden Unternehmen abzubrechen. 30 Prozent würden die Polizei oder eine Verbraucherzentrale einschalten und 14 Prozent würden rechtliche Schritte einleiten. 

"In den USA gibt es bereits Gesetze, die Unternehmen dazu zwingen, Vorfälle zu melden. Es ist nicht auszuschließen, dass in Europa ähnliche Regularien verabschiedet werden", so Dodt. Entsprechende Regelungen werden von zahlreichen Datenschützern gefordert. Aber auch ohne solche Vorschriften würden Unternehmen nicht umhin kommen, sich künftig stärker um die Sicherheit der Kundendaten zu kümmern. "Die Umfrage hat ziemlich deutlich gezeigt, dass diejenigen, die dies nicht tun, Kunden verlieren. Hinzu kommt der Image-Schaden, den Unternehmen dadurch erleiden", ergänzt Dodt. Wenn die Anzahl der Datenskandale zurückgehe, werde auch das Vertrauen der Verbraucher wieder ansteigen. Dahin jedoch scheint es angesichts der momentanen Situation noch ein weiter Weg zu sein.  

(via Pressetext, thx!)

(Bild via autoplay @ DeviantArt, thx!)

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • TRON2 am 08.02.2010 12:28:54

    Jetzt warnt sogar die ENISA, vor der Benutzung von sozialen Netzwerken.:confused:...

  • Grazer57 am 08.02.2010 11:46:00

    Thema Daten bei der Krankenkasse. Jeder, vor allem der chronisch Kranke, sollte einmal bei Ihrer KK nachfragen, wie sie dort beurteilt werden. Sprich welche Diagnosen gestellt worden sind. Vlt. ist man ja kränker als man glaubt. Das BKK die Daten für die Auswahl der freizustellenden Mitarbeite...

  • Jimioh am 07.02.2010 19:33:27

    Was die von mir genannte Strategie bezwecken soll: Datenschutz profitabel machen und den von irgendeinem Vorposter genannten Widerspruch Datenschutz/wirtschaftlicher Erfolg aufheben oder zumindest verkleinern. Unmöglich. Die Probleme sind tief in der Gesellsch...

  • Annika_Kremer am 07.02.2010 12:02:37

    Man macht deutlich, dass man für datenschutz-freundliche/datensparsamere Alternativen (mehr) Geld bezahlen würde. Zum Beispiel. Verzicht auf die miesen Dienste ist natürlich auch eine gute Möglichkeit. Für diejenigen, die mit dem Umwelt-Beispiel nichts anfangen können (zum Beispiel, weil bei...

  • MrDraco am 07.02.2010 10:39:55

    Is doch ganz einfach: Sobald man an den Daten was verdienen kann, werden sie rumgereicht wie das Dorffahrrad(siehe Banken und "externe Berater"), sollte man mals selbst irgendwie davon profitieren können(Formulare ausfüllen lassen):das geht nicht wegen dem Datenschutz.:T [QUOTE=Annika_Kremer;1251...

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